Umfrage: Schleswig-Holsteiner für standardisierte Ersteinschätzung

Eine Mehrheit der Menschen in Schleswig-Holstein ist für eine standardisierte Ersteinschätzung beim Aufsuchen einer Notaufnahme. 82 Prozent befürworten einer Forsa-Befragung im Auftrag der AOK Nordwest zufolge den Einsatz eines Ersteinschätzungsverfahrens und eine Einteilung in Dringlichkeitsstufen bei Patientinnen und Patienten, die eine Notaufnahme aufsuchen, wie die Krankenkasse am Freitag mitteilte. Elf Prozent der Befragten lehnen ein solches Verfahren demnach ab.

Durch das Verfahren würden nur Fälle direkt im Krankenhaus versorgt, bei denen ein sofortiger Behandlungsbedarf festgestellt wird. Weniger dringende Fälle würden an niedergelassene Ärzte vermittelt. In der Bevölkerung gebe es offenbar eine große Offenheit, sagte Tom Ackermann, Vorstand der AOK Nordwest. „Das ist ein gutes Vorzeichen für die angekündigte Notfallreform, die jetzt von der schwarz-roten Koalition schnell kommen muss.“

39 Prozent der Befragten in Schleswig-Holstein haben angegeben, dass sie in den vergangenen fünf Jahren eine Notaufnahme wegen gesundheitlicher Probleme aufgesucht haben. In 64 Prozent dieser Fälle sei das aus eigener Entscheidung erfolgt. 20 Prozent hätten auf Veranlassung von Familie oder Freunden gehandelt. Eine ärztliche Veranlassung habe es bei 17 Prozent der Fälle gegeben.

Nur 27 Prozent der Befragten, die eine Notaufnahme aufgesucht haben, seien in der Folge stationär aufgenommen worden. 62 Prozent wurden ambulant behandelt.

Laut AOK Nordwest zeigt eine Zusatzfrage, dass es weiteres Potenzial für mehr ambulante Behandlungen gibt. 15 Prozent der Befragten, die eine Notaufnahme aufgesucht haben, hätten mit ihren Beschwerden einen Facharzttermin abgewartet, hätte dieser innerhalb von zwei Tagen zur Verfügung gestanden. „Dieses Ambulantisierungs-Potenzial sollten wir nutzen, um die Notaufnahmen zu entlasten“, sagte Ackermann.

Das könne nur gelingen, wenn Patientinnen und Patienten künftig besser gesteuert werden, etwa durch Integrierte Notfallzentren, erklärte Ackermann. Ergänzend könnten Akutleitstellen die Dringlichkeit der Behandlung anhand eines standardisierten Ersteinschätzungsverfahrens beurteilen. Diese sollten technisch mit den Rettungsleitstellen verknüpft werden. „Auf dieser Basis können die hilfesuchenden Patientinnen und Patienten dann an die richtige Stelle geleitet und optimal behandelt werden“, sagte Ackermann.

Für die bevölkerungsrepräsentative Forsa-Befragung sind vom 1. bis zum 13. September 500 Personen ab 18 Jahren aus Schleswig-Holstein befragt worden. Die Umfrage wurde als Kombination von telefonischer Befragung und Online-Erhebung durchgeführt.

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