Weitere Kürzungen bei der deutschen Auslandshilfe könnten laut Hilfsorganisationen vor allem Menschen in bereits vernachlässigten Krisen treffen. Zusätzliche Einschnitte würden die Arbeit in mindestens 40 Ländern erschweren, wie aus einer veröffentlichten Umfrage des entwicklungspolitischen Dachverbandes Venro unter seinen Mitgliedsorganisationen hervorgeht. Besonders gefährdet seien Projekte in Staaten wie Burkina Faso, der Demokratischen Republik Kongo und Burundi, erklärte der Verband in Berlin.
Weil die Krisen in diesen Ländern weniger öffentliche Aufmerksamkeit bekämen, sei es für die Organisationen schwieriger, Spenden für die Arbeit vor Ort zu sammeln. An dieser Stelle schließe die öffentliche Finanzierung eine Lücke, erklärte der Venro. Auch auf die Arbeit in lateinamerikanischen Ländern wie Nicaragua und Venezuela, in denen die jeweilige Regierung autoritär gegen Menschenrechts- und Demokratieaktivisten vorgeht, würden sich weitere Kürzungen direkt auswirken.
Bedarfe in Höhe von 12,16 Milliarden Euro angemeldet
Die Haushaltsmittel für das Bundesentwicklungsministerium und die humanitäre Hilfe wurden zuletzt deutlich gekürzt. Über die Höhe des Etats für das kommende Jahr gibt es innerhalb der Ampel-Koalition Streit. Das Entwicklungsministerium hat für 2025 Bedarfe in Höhe von 12,16 Milliarden Euro angemeldet. Das Finanzministerium hatte ursprünglich 9,9 Milliarden Euro vorgesehen. Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hatte die Ausgabenpolitik von Entwicklungsministerium und Auswärtigem Amt vergangenes Wochenende deutlich kritisiert. „Unsere Wirtschaftskraft reicht nicht aus, um überall auf der Welt mitzumischen“, sagte Lindner den Zeitungen der Mediengruppe Bayern. Auch Politiker der Unionsfraktion hatten den Umfang des entwicklungspolitischen Engagements zuletzt infrage gestellt.Schulze: „Entmenschlichung der politischen Auseinandersetzung“
Als Grund, warum der Etat ihres Ministeriums verstärkt unter Druck gerät, sieht Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) eine „Entmenschlichung der politischen Auseinandersetzung“. Zu dieser Entmenschlichung habe die AfD maßgeblich beigetragen, sagte Schulze dem Berliner Tagesspiegel: „Der Ton in Debatten ist deutlich rauer und härter geworden.“Hoffnung mache ihr, dass Leute, wenn man sie direkt frage, nicht wollten, dass Kinder andernorts hungerten. „Der nächste Schritt ist dann zu verstehen, dass wir als reiches Land auch etwas dafür tun können“, sagte die SPD-Politikerin.The window to prevent famine in #Sudan is rapidly closing without immediate action, WFP is warning.
Escalating fighting in North Darfur’s #ElFasher in recent days is hampering humanitarian access to the city and beyond. — World Food Programme (@WFP) May 16, 2024
