Ukraine ist die „blutende Wunde“

Der Wahnsinn müsse gestoppt werden, forderte Bischöfin Fehrs vor etwa 30.000 Demonstrierenden. Die Generalkonsulin der Ukraine hatte eine klare Forderung.

In Hamburg haben Zehntausende gegen den Krieg protestiert Foto: Bischofskanzlei
In Hamburg haben Zehntausende gegen den Krieg protestiert Foto: Bischofskanzlei

Hamburg. Mit einer Schweigeminute für die Opfer im Ukraine-Krieg hat an der Alster eine der größten Demonstrationen in Hamburg begonnen. Die Polizei zählte 30.000 Teilnehmende bei der Auftaktkundgebung und 22.000 beim anschließenden Umzug. Leid und Tod bestimmten derzeit den Alltag in der Ukraine, sagte Bischöfin Kirsten Fehrs. Das Land sei „die blutende Wunde am Körper Europas“. Der Wahnsinn des Krieges müsse gestoppt werden. Zugleich warnte die Bischöfin vor innerer Verhärtung: „Lasst nicht den Hass in euer Herz!“.

Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) erinnerte daran, dass auch in Russland Menschen für den Frieden auf die Straße gehen. „Putin ist nicht Russland.“ Hamburg heiße die Flüchtlinge aus der Ukraine willkommen. „Hamburg ist ein sicherer Hafen.“ Notwendig sei die Unabhängigkeit von Öl und Kohle aus Russland. Klimaschutz sei damit auch ein Beitrag für die Sicherheit.

„Putin hat es in der Hand“

Für die SPD-Landesvorsitzende Melanie Leonhard ist der Krieg in der Ukraine durch nichts zu rechtfertigen. „Putin hat es in der Hand, den Krieg zu beenden“, sagte die Sozialsenatorin. Wer heute in Russland für den Frieden demonstriere, laufe Gefahr verhaftet zu werden.

Elisa Bas von „Fridays for Future“ forderte eine Abkehr von Öl und Kohle. „Fossile Energien befeuern den Krieg.“ Sie warnte zudem davor, Flüchtlinge aus den unterschiedlichen Ländern gegeneinander auszuspielen. Flüchtlinge aus dem Jemen oder dem Irak seien nicht weniger gefährdet als die aus der Ukraine.

Hymne gesungen

Nach den Worten der ukrainischen Generalkonsulin in Hamburg, Iryna Tybinka, herrscht in der Ukraine ein Krieg der Vergangenheit gegen die Zukunft. Ihm würden nicht nur Wohnhäuser und Menschen zum Opfer fallen, sondern auch Kulturdenkmäler und die Umwelt. Die Ukraine brauche „einen geschlossenen Himmel“, um gegen Luftangriffe geschützt zu sein. Nach ihrer Rede wurde gemeinsam die ukrainische Nationalhymne gesungen. (epd)