Trauerfeier für Prager Kardinal Duka – “Markante Persönlichkeit”

Dominikaner, Widerständler, Kardinal - Der verstorbene Prager Alterzbischof Duka hatte im wahrsten Sinne ein bewegtes Leben. Bei seinem Requiem erinnerten Weggefährten an seinen großen Beitrag für Tschechiens Kirche.

In Tschechien haben am Samstag Tausende Menschen an der Trauerfeier für den Prager Alterzbischof und Kardinal Dominik Duka teilgenommen. Den mehr als zweistündigen Trauergottesdienst im Prager Veitsdom leiteten Dukas Amtsnachfolger Jan Graubner und der Papstbotschafter in Prag, Jude Thaddeus Okolo. An der Trauerfeier nahmen auch Staatspräsident Petr Pavel und dessen Vorgänger Milos Zeman und Vaclav Klaus teil. Duka, der von 2010 bis 2022 als Erzbischof von Prag amtierte, war am 4. November im Alter von 82 Jahren gestorben.

In seiner Predigt würdigte Erzbischof Graubner seinen Amtsvorgänger als eine markante Persönlichkeit: Duka sei Sohn eines Soldaten gewesen, der Menschen in Uniform mochte, Dominikaner mit guter Ausbildung, zudem ein "Mann mit cholerischem Temperament" und Kämpfer für Wahrheit und Freiheit, der oftmals im Widerspruch zur heutigen "verweichlichten Kultur" gestanden habe.

Der Erzbischof erwähnte die zahlreichen Würdigungen für einen "furchtlosen Verkünder der Wahrheit", der sein Leben der Verteidigung der Werte widmete, auf denen die Gesellschaft fuße. Duka habe Tapferkeit während der Verfolgung der Kirche gezeigt und sich immer für die Erneuerung des kirchlichen Lebens eingesetzt. Auch Duka sei nicht alles gelungen, "aber er wollte nicht in eigener Zufriedenheit verharren, denn er konnte die Bedürfnisse der Welt erkennen", sagte Graubner.

Der Dominikaner Duka wurde 1981 während des kommunistischen Regimes in der damaligen Tschechoslowakei zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, weil er trotz behördlichen Verbots als Seelsorger arbeitete. Erst nach der Wende von 1989 durfte er wieder offen als Priester wirken. Von 2010 bis 2022 war Duka Erzbischof von Prag; Benedikt XVI. ernannte ihn 2012 zum Kardinal.

Beim Requiem wurde auch ein Kondolenzbrief von Papst Leo XIV. verlesen. Darin würdigt er den verstorbenen Kardinal als einen im Glauben geformten Hirten und einen unerschrockenen Verkünder des Evangeliums: "Ich danke Gott für sein intensives pastorales Wirken und erinnere mit Bewunderung an seinen Mut in der Zeit der Verfolgung, als ihm seine Freiheit genommen wurde und seine Nachfolge Christi dennoch niemals wankte", schrieb der Papst.

Der mit dem Verstorbenen freundschaftlich verbundene tschechische Alt-Präsident Vaclav Klaus erinnerte beim Begräbnis an Dukas Ernennung. Nicht nur er habe damals die Hoffnung gehegt, der neue Erzbischof von Prag werde dazu beitragen, die katholische Kirche und die tschechische Gesellschaft einander näherzubringen, die die Geschichte oft voneinander entfernt habe. Zu Recht habe der Papst in seinem Beileidstelegramm davon gesprochen, dass sich Kardinal Duka um den "Dialog zwischen Glauben und Gesellschaft" verdient gemacht habe.

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