Traditionsreicher Osterräderlauf am Ostersonntag in Lügde

In der lippischen Kleinstadt Lügde werden in diesem Jahr wieder am Ostersonntag Osterräder vom Osterberg ins Tal der Emmer rollen. Bei dem von der Unesco zum immateriellen Kulturerbe erklärten Brauch des Osterräderlaufs werden mannshohe, fast 400 Kilogramm schwere Eichenräder mit Stroh gestopft, in Brand gesetzt und ins Rollen gebracht, wie die Veranstalter am Dienstag erklärten.

Am Karsamstag werden die zum Wässern in die Emmer getauchten Holzräder aus dem Fluss geholt und bei einem Umzug in der Altstadt präsentiert. Am Ostersonntag werden die geschmückten Räder auf dem Osterberg mit Roggenstroh gestopft. Am Abend werden die Räder in Brand gesetzt und ins Rollen gebracht. Veranstaltet wird das Ritual von dem Brauchtumsverein der Dechen.

Der Brauch geht auf ein Ritual der Germanen zurück, die den Winter mit Freudenfeuern verabschiedeten. Karl der Große soll den heidnischen Brauch in ein christlichen Ritual überführt haben.

In diesem Jahr präsentierten sich bei dem Osterräderlauf mit der Schwalenberger Brauzunft und der Nieheimer Flechtheckenkultur zwei weitere ostwestfälische Traditionen, wie die Veranstalter mitteilten. Die Tradition des handwerklichen Brauens in Schwalenberg gehe bis ins 17. Jahrhundert zurück, hieß es. Nach alten Rezepten braue die Schwalenberger Brauzunft heute wieder kleine Mengen unterschiedlicher Biere. Mit der Technik des Heckenflechtens werden kunstvolle Feldeinfriedungen geschaffen. Das von dem Nieheimer Heimatverein gepflegte Engagement erhielt im Jahr 2018 ebenfalls das Siegel der Unesco.

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