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Tipps für entspannte Weihnachtstage mit Kindern

Zwischen Plätzchen, Programm und Perfektionsdruck verlieren Eltern leicht die Nerven. Autorin und Coach Lisa Reinheimer erklärt, wie Familien mehr Gelassenheit, Nähe und Freude in die hektischste Zeit des Jahres bringen.

Für Kinder ist die Weihnachtszeit sehr aufregend – für die Eltern eher anstrengend. Autorin Lisa Reinheimer, die auch als Lehrerin sowie als Lern- und Life Coach tätig ist, hat sieben Tipps, wie man diese Zeit mit Kindern gut übersteht.

– Nicht vergleichen – auch nicht heimlich: Andere Familien scheinen immer entspannter, organisierter, harmonischer zu sein, sagt Reinheimer. Sie rät Eltern, den Baum, die Geschenke oder die Stimmung nicht länger zu vergleichen. So falle viel Druck weg. “Der einzig sinnvolle Vergleich, den ich empfehlen kann, ist der zum letzten Jahr: Wie war es und was wünschen wir uns dieses Jahr gleich oder anders”, sagt die Coachin.

– Beziehung schlägt Programm: Für Kinder zählt nicht, wie festlich alles wirkt, hat Reinheimer festgestellt. Wichtig sei für sie vielmehr, dass ihre Eltern ansprechbar sind, am besten ohne Hektik und Ablenkung. Sie empfiehlt kurze, bewusste Moment miteinander: Diese brächten viel mehr Gelassenheit und Spaß in den Tag als jedes noch so perfekt geplante Weihnachtsprogramm.

– Prozess statt Perfektion: Kinder erinnern sich nicht an einen makellosen Baum, sondern an das gemeinsame Erlebnis beim Schmücken, betont Reinheimer. “Ein schiefer Baum, nicht ganz perfekte Plätzchen, oder dass die Lichterkette ausgerechnet am Heiligen Abend nicht funktioniert. Das sind die Geschichten, die Kinder Jahre später noch erzählen.”

– Eigene Leistungsmuster erkennen: “Wir Eltern sind oft damit groß geworden, dass wir Anerkennung bekommen, wenn wir uns besonders anstrengen. Dieses Muster greift bei Kindern nicht” sagt Reinheimer. Sie weist darauf hin, dass Kinder nicht in Mühe oder Leistung denken, sondern im Moment. Wenn sie sich nicht angemessen dankbar zeigen, könne man sich in Erinnerung rufen: Es sind Kinder, keine kleinen Erwachsenen.

– Mut zur Lücke: Weihnachten löst bei Eltern endlose Erledigungslisten aus, weiß die Coachin. Sie rät dazu, in diesem Jahr einfach etwas wegfallen zu lassen. So entstehe eine ungeheure Entlastung.

– Grenzen setzen, digital und im Umfeld: Social Media verstärkt Erwartungen und erzeugt das Gefühl, mithalten zu müssen, weiß Reinheimer. Stattdessen rät sie zu einer digitalen Pause, denn diese helfe, sich auf das eigene Familienleben zu konzentrieren. Im direkten Umfeld seien Grenzen ebenfalls sinnvoll: Welche Treffen tun gut, und welche sind dieses Jahr einfach zu viel? Sie sagt: “Weihnachten wird entspannter, wenn Familien bewusst entscheiden, was hineinpasst und was nicht.”

– Weihnachten ist Schulpause, und das ist wichtig: Weihnachten sei eine Zeit, in der Schule keine Rolle spiele, mahnt die Expertin. Sie rät Eltern dringend davon ab, die Kinder in den Ferien üben zu lassen. “Ferien sind dafür da, Abstand zu bekommen, aufzutanken und wieder neugierig zu werden. Wenn wir den schulischen Anspruch aus den Feiertagen herausnehmen, entsteht für Kinder – und Eltern – eine Entlastung, die sich im Januar auszahlt.”