In Aschaffenburg wird am Sonntag der Opfer der tödlichen Messerattacke mit einem ökumenischen Gedenkgottesdienst gedacht. Zu dem Gottesdienst in der Stiftskirche St. Peter und Alexander kommen nach Angaben der Stadt auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD). Zudem ist für Samstag ein öffentliches Gedenken in der Stadt geplant. Die Tat, bei der ein Kita-Kind und ein 41-jähriger Mann getötet wurden, befeuert weiter die Debatte über Asylpolitik im Bundestagswahlkampf.
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) forderte europaweite Verbesserungen in der Flüchtlingspolitik. Das Dublin-Abkommen, das Rückführungen von Flüchtlingen in das EU-Land ihrer ersten Registrierung ermöglicht, müsse konsequenter angewendet werden, sagte er in Düsseldorf. „Ziel muss sein, das die europäischen Systeme funktionieren“, erklärte der Ministerpräsident. Bislang gebe es Probleme sowohl bei der Rückführung, weil es zu viele Hindernisse für Abschiebungen gebe, als auch Lücken bei der Registrierung von Flüchtlingen, die von der EU-Außengrenze einreisen wollten. „Das Dublin-System ist dysfunktional“, erklärte Wüst.
Faeser: Dublin-System funktioniert nicht mehr
Auch Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte am Donnerstag erklärt, dass das Dublin-System nicht mehr funktioniere. Bund und das Land Bayern schoben sich gegenseitig die Verantwortung dafür zu, dass der mutmaßliche Täter von Aschaffenburg, ein ausreisepflichtiger Afghane, dessen Asylverfahren in Bulgarien hätte stattfinden müssen, noch in Deutschland war. Die bayerische Landesregierung sieht das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in der Pflicht, das Faesers Ministerium nachgeordnet ist.Ein Sprecher von Faeser erläuterte demgegenüber am Freitag, dass bereits Anfang 2023 eine Überstellungsanfrage an Bulgarien übermittelt worden sei, der das Land zugestimmt habe. Darüber sei in der Folge auch die für die Abschiebung zuständige Ausländerbehörde informiert worden. Im August 2023 lief nach Darstellung des Sprechers die Frist für die Überstellung ab. Damit wurde Deutschland zuständig für den Mann.Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an
