Der frühere Ethikratsvorsitzende Peter Dabrock hält Suizidprävention für das oberste Ziel in der Debatte um Sterbehilfe. Im Deutschlandfunk unterstrich der evangelische Theologe seine Position, dazu auf das geplante Gesetz zur Regelung der Suizidassistenz zu verzichten. Nach dem Verfassungsgerichtsurteil von 2020 habe es „keinen Dammbruch gegeben“. Alle drei im Bundestag diskutierten Entwürfe ließen eine „Verschlimmbesserung“ befürchten.
Auf das Urteil hätten sowohl die Wohlfahrtsverbände wie auch die Ärzte in ihren Standesregelungen reagiert. Insbesondere die Situation der Mediziner habe sich signifikant verbessert, Beihilfe zum Suizid sei nicht mehr berufsrechtlich verboten, die Ärztinnen und Ärzte seien in ihrer Beratungsrolle gestärkt worden. Alle drei Gesetzesvorschläge würden hingegen zu einer Bürokratisierung führen. Dass dann die Sterbehilfevereine als professionelle Helfer profitieren, „das kann man ja auch nicht wollen“, sagte Dabrock, der bis 2020 Vorsitzender des Deutschen Ethikrates war.
