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Steigende Pflegekosten: Sozialverband fordert Bürgerversicherung

Im Blick auf rasant steigende Eigenanteile für einen Platz im Pflegeheim hat der Sozialverband VdK in Niedersachsen und Bremen eine Bürgerversicherung für die Pflege gefordert. „Eine Pflegeversicherung, in die alle Bürgerinnen und Bürger einzahlen, wäre der richtige Weg zu einer soliden Finanzierung“, sagte der Landesvorsitzende Friedrich Stubbe am Freitag in Oldenburg. Sie müsse alle pflegebedingten Kosten übernehmen, ambulant wie stationär.

Die Politik dürfe nicht länger wertvolle Zeit und Ressourcen in Arbeitsgruppen vergeuden, um immer neue Sparmodelle auszuarbeiten, betonte der Landeschef: „Jetzt ist Zeit für Veränderungen, um Pflege langfristig zu sichern und die Menschen in unserem Land gut zu versorgen.“

Nach aktuellen Zahlen der Krankenkasse AOK sowie des Verbands der Ersatzkassen (vdek) sind die Eigenanteile für einen Heimplatz wegen Tariferhöhungen in der Pflege und der Inflation deutlich gestiegen. Nach vdek-Berechnungen müssen Pflegebedürftige im ersten Jahr ihres Heimaufenthalts zusätzlich zu den Leistungen aus der Pflegeversicherung im Schnitt derzeit 2.903 Euro pro Monat zahlen.

„Ein Ende der Kostensteigerungen ist nicht in Sicht“, sagte Stubbe. Mehr als 30 Prozent der bundesweit 710.000 Pflegeheim-Bewohner seien auf Sozialhilfe angewiesen. Viele weitere blieben aus finanziellen Gründen zu Hause, statt ins Heim zu gehen. So seien viele Angehörige an der Grenze ihrer Belastbarkeit angekommen.