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Sportmoderator: Olympische Spiele sind immer auch politisch

Funktionäre behaupten ja gern, dass Olympische Spiele oder Fußball-Weltmeisterschaften unpolitisch seien. Das stimmt so nicht ganz, meint ZDF-Sportmoderator Jochen Breyer.

In der Dauerdebatte um das Verhältnis von Olympischen Spielen und Politik vertritt ZDF-Moderator Jochen Breyer einen klaren Standpunkt. “Sportliche Großereignisse wie die Olympischen Spiele sind immer auch politisch”, sagte Breyer am Donnerstag in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Deswegen bereite er sich nicht nur darauf vor, was ihn sportlich erwarte, sondern auch auf die politischen Rahmenbedingungen.

Beispielhaft verwies Breyer auf die Fußball-WM in Russland 2018 oder Katar 2022. Auch bei den bald beginnenden Olympischen Winterspielen in Italien gebe es natürlich Themen abseits des Sports, “aber nicht in dem Ausmaß”, so der Moderator. “Und das empfinde ich ehrlich gesagt als wohltuend.” Der Sport stehe stattdessen stärker im Vordergrund. Gleichwohl gebe es Missstände, die es zu berichten gelte. “Auch für die aktuellen Spiele wurde zum Beispiel ein neuer, teurer Eiskanal gebaut, obwohl das nicht notwendig gewesen wäre.”

Vorgaben seitens des ZDF für die Berichterstattung gebe es nicht, betonte Breyer. “Letztlich reagieren wir als Berichterstatter ja auf das, was passiert. Sollte es einen großen Dopingfall geben, müssen und werden wir darüber natürlich intensiv reden. Es wird aber nicht so sein, dass wir krampfhaft sportferne Themen suchen, die wir zwischen dem ersten und zweiten Slalom-Durchgang noch schnell einweben können.”