Der bayerische Antisemitismusbeauftragte Ludwig Spaenle ist wegen des „dröhnenden Schweigens“ der deutschen Mehrheitsgesellschaft nach antiisraelischen Kundgebungen und antisemitischen Übergriffen äußerst besorgt. „Jüdische Menschen in Deutschland leben schon immer mit eingeschränkter Freizügigkeit - das muss man wissen“, sagte Spaenle dem Evangelischen Pressedienst (epd). Dass nun nach dem Hamas-Terrorangriff auf Israel bei Jüdinnen und Juden, die Tausende Kilometer davon entfernt in Deutschland leben, „die Angst zurückgekehrt ist, ist unerträglich“.
Spaenle fragte: „Wo ist denn die breite Masse der Zivilgesellschaft, um Jüdinnen und Juden in Deutschland ihre Solidarität auszudrücken? Wo ist denn die breite Masse, wenn es darum geht, für das Existenzrecht Israels einzustehen?“ Kurz vor der Landtagswahl habe es in München eine zweifelsfrei wichtige Demo gegen einen Rechtsruck in der Politik mit rund 35.000 Teilnehmern gegeben: „Ich frage mich, wo die jetzt sind?“ Beim Thema Israel gebe es ein „vornehmes Schweigen“, das „nicht hinnehmbar“ sei. Spaenle kritisierte ein „völlig verzerrtes“ und stark negatives Israel-Bild in weiten Teilen der deutschen Gesellschaft.
