Die Autoren Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey werden am kommenden Dienstag (25. November) mit dem Geschwister-Scholl-Preis 2025 ausgezeichnet. Sie würden für ihr Buch „Zerstörungslust. Elemente des demokratischen Faschismus“ (Suhrkamp) geehrt, teilte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels - Landesverband Bayern mit. Das Buch über die politische Gegenwart zeige unübersehbar, „dass die Gefährdung der Demokratie nicht nur von außen kommt, sondern aus uns selbst erwächst“, heißt es in der Jurybegründung. Die Preisverleihung findet in der Ludwig-Maximilians-Universität München statt.
Die Laudatio auf Amlinger und Nachtwey hält Thomas Krüger, der sich in diesem Jahr nach 25 Jahren als Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung in den Ruhestand verabschiedet hat. Auch der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) werde sprechen.
Im Mittelpunkt des Buches stehe die Erfahrung vieler Menschen, dass die Versprechen liberaler Demokratien - nämlich Freiheit, Teilhabe, soziale Sicherheit - zunehmend als unerfüllt wahrgenommen würden. „Aus dieser Enttäuschung erwächst eine eigentümliche Lust an der Zerstörung“, urteilte die Jury weiter. Der von Amlinger und Nachtwey entwickelte Begriff des „demokratischen Faschismus“ beschreibe eine Haltung, die mitten in der Demokratie entstehe: eine Mischung aus Ressentiment, regressiver Rebellion und faschistischen Fantasien, die Institutionen nutzt, um sie zugleich auszuhöhlen.
Carolin Amlinger, geboren 1984, ist Soziologin und Literaturwissenschaftlerin und lehrt an der Universität Basel. Oliver Nachtwey, geboren 1975, ist Professor für Sozialstrukturanalyse am Fachbereich Soziologie der Universität Basel. Der mit 10.000 Euro dotierte Geschwister-Scholl-Preis wird seit 1980 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels - Landesverband Bayern und der Landeshauptstadt München verliehen. Der Preis will Bücher würdigen, die von geistiger Unabhängigkeit zeugen und bürgerliche Freiheit fördern. (xxxx/18.11.2025)