Nach dem Ausschluss ihres Vorsitzenden Ousmane Sonko von den Wahlen hat sich Senegals wichtigste Oppositionspartei Pastef für einen anderen Kandidaten entschieden. Sie werde den Generalsekretär und Sonkos rechte Hand, Bassirou Diomaye Faye, für die Abstimmung im Februar nominieren, erklärte die Partei nach einem Bericht des französischen Auslandssenders RFI vom Montag. Der verurteilte Sonko darf nach einem Beschluss des Obersten Gerichtshofs nicht antreten.
Sonko war im Juni wegen Verführung einer Minderjährigen zu zwei Jahren Haft verurteilt worden, was zu einem automatischen Ausschluss von den Wahlen führte. Das Oberste Gericht des Senegal annullierte am Freitag eine Entscheidung eines lokalen Gerichts, wonach für Sonko dennoch eine Kandidatur möglich sei. Zugleich stärkte der Gerichtshof der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas die Regierung gegen Sonkos Vorwurf, ihm würden seine Bürgerrechte verwehrt.
Der 49-jährige Sonko wurde in den vergangenen Jahren mehrfach angeklagt, auch wegen Verleumdung und Vergewaltigung. Er bestreitet alle Vorwürfe und bezeichnet sie als politisch motiviert. Das Urteil im Juni hatte gewaltsame Proteste nach sich gezogen, bei denen mindestens 16 Menschen starben. Außerdem war die Partei Pastef Ende Juli vom Innenministerium wegen „häufigen Aufrufen zum Aufstand“ für aufgelöst erklärt worden. Dennoch ist sie weiterhin aktiv.
Mit Faye weicht die Partei für die Wahlen vom 25. Februar auf ihren Plan B aus. Entsprechend warb Pastef auch mit dem Slogan: „Diomaye Faye unterstützen heißt Sonko unterstützen“. Zugleich hält die Partei eine Kandidatur Sonkos weiter für möglich, solange nicht alle Rechtsmittel ausgeschöpft seien. Der Politiker hat Pastef 2014 gegründet und erfreut sich im Senegal großer Beliebtheit, vor allem unter jungen Menschen.