Vier Bildschirme, bekannte Gesichter, echte Geschichten: Ein neues Projekt will Schülerinnen und Schüler für Antisemitismus sensibilisieren. Die interaktiven Bildschirme sollen durch 40.000 Schulen wandern.
In Berlin ist ein Projekt an den Start gegangen, mit dem Schüler für Antisemitismus und Rassismus sensibilisiert werden sollen. Auf vier interaktiven Bildschirmen befragten am Donnerstag Moderator Klaas Heufer-Umlauf und Rapper Eko Fresh auch die Holocaust-Überlebende und 97 Jahre alte Zeitzeugin Ruth Winkelmann. Sie sprach über ihr persönliches Schicksal. Auch andere Personen wie beispielsweise Jugendliche treten in dem Projekt auf.
Die vier Bildschirme, die jetzt erstmals vor etwa 100 Schülern vorgestellt wurden, sollen in der nächsten Projektphase durch Schulen in Deutschland wandern. Ziel ist es, rund 40.000 Schulen zu erreichen, so der Unterstützer und Initiator der neuen Kampagne mit dem Titel “Nie wieder ist jetzt”, Nicolai Schwarzer. Auch Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) unterstützt das Projekt.
Der Regisseur und Produzent der Videos, Raul Erdossy, sagte: “Durch Social Media wird man süchtig und sehr schnell abgelenkt. Wir haben uns viele Gedanken dazu gemacht, wie man diese Technologie nutzen kann, um Menschen zusammenzubringen.” Das Projekt soll das Schicksal von Holocaust-Überlebenden sowie von Diskriminierung betroffenen Menschen näher bringen.
Das Konzept wurde den Initiatoren zufolge innerhalb von zwei Jahren erarbeitet. Ausgangspunkt waren auch Gespräche mit Schülerinnen und Schülern darüber, was sie zu einer Auseinandersetzung mit Themen wie Diskriminierung und Ausgrenzung motiviert. In der jetzigen Form können Schüler auf die Bildschirme tippen, um dort vorgeschlagene Fragen zu stellen, die sie interessieren. Die Interviews werden mit Sound- und Lichteffekten untermalt.
Carolin Kleinfeld, Geschichtslehrerin an der evangelischen Schule in Berlin-Frohnau, hat die Entwicklung der interaktiven Videos begleitet: “Jetzt wollen wir sehen, ob das Früchte trägt. Fallbeispiele von Menschen, die Diskriminierung erfahren haben, sollen durch Schüler erfahrbar werden.” So solle demokratisches Engagement gefördert werden.