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SH: Bischöfin Nora Steen begrüßt Iran-Abschiebestopp

Die evangelische Bischöfin im Sprengel Schleswig und Holstein, Nora Steen, begrüßt die Anordnung der Kieler Integrationsministerin Aminata Touré (Grüne), ab sofort vorläufig keine abgelehnten Asylbewerber mehr in den Iran abzuschieben. Die Entscheidung zeige, dass Menschlichkeit und Verantwortung in der Politik des Landes Gewicht hätten, sagte Steen laut Mitteilung der Nordkirche. Der Schritt sei „ein wichtiges Zeichen der Menschlichkeit und der Solidarität mit den Menschen, die im Iran unter massiver Repression, Gewalt und der Einschränkung grundlegender Rechte leiden“. Für Geflüchtete aus dem Iran bedeute die Anordnung „Schutz, Zeit zum Atemholen und die Hoffnung auf Sicherheit“.

Der christliche Glaube rufe dazu auf, klar Stellung zu beziehen, wenn Menschenrechte verletzt werden, sagte Steen. Wer Schutz suche, dürfe nicht in Angst zurückgeschickt werden. Die Anordnung sei daher auch ein wichtiges Signal über die Landesgrenzen hinaus: „Wir schauen nicht weg, wenn Menschen in Not sind“, sagte Steen. Sie wünsche sich, dass „dieses klare Zeichen der Landesregierung andere ermutigt, ähnliche Schritte zu gehen“.

Schleswig-Holstein schiebt ab sofort vorläufig keine abgelehnten Asylbewerber mehr in den Iran ab. Integrationsministerin Aminata Touré (Grüne) begründete ihre diesbezügliche Anordnung vom Donnerstag laut einer Mitteilung ihres Ministeriums damit, dass es vor dem Hintergrund der aktuellen Sicherheitslage unverantwortlich sei, Menschen in den Iran zurückzuführen.