Rushdie über Nahtoderlebnis: “Kein Tunnel aus Licht, kein Engelschor”

Immer wieder gibt es eindrückliche Schilderungen über spirituelle oder mystische Nahtoderfahrungen. Nicht so von Bestseller-Autor Salman Rushdie, der 2022 nur knapp dem Tod entging.

Schriftsteller Salman Rushdie (78) hat bei seinem eigenen Nahtoderlebnis offenbar keine übernatürliche Erfahrung gemacht. "Ich lag da, ich blutete, mir war klar, dass ich sterben werde", sagte er im "Zeit"-Interview über das lebensgefährliche Attentat 2022 bei einer Lesung in den USA. "Wenn ich heute drüber nachdenke, finde ich besonders interessant, dass ich keine Angst hatte. Nur eine Art Traurigkeit. Und es gab kein transzendentes, übernatürliches Ereignis", so der weltbekannte Bestseller-Autor.

"Es gab keinen Tunnel aus Licht, keinen Engelschor. Tut mir leid", betonte Rushdie. Dass die Seele den Körper verlasse, könne er ebenso wenig bestätigen. Er habe das Gegenteil erfahren: "Ich fühlte mich gefangen in meinem Körper. Ich spürte, mein Körper stirbt, und er nimmt mich mit."

Nach dem Buch "Knife" (2024) über den Messerangriff hat Rushdie nun wieder ein literarisches Buch veröffentlicht: fünf Erzählungen über große Fragen des Lebens. "Die elfte Stunde", erschienen in dieser Woche, beschäftigt sich unter anderem mit den Themen Sterblichkeit und Abschied.

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