Rotes Kreuz kritisiert Kürzungen bei humanitärer Hilfe

Kurz vor ihrem Abschied warnt DRK Präsidentin Gerda Hasselfeldt vor massiven Einschnitten bei humanitärer Hilfe. Ihr Appell: In Krisenzeiten darf an existenzieller Unterstützung nicht gespart werden.
Rotes Kreuz kritisiert Kürzungen bei humanitärer Hilfe
Vor ihrem Abschied warnt DRK Präsidentin Hasselfeldt vor Sparplänen, die Hilfsprojekte gefährden
Imago / Frank Ossenbrink

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) kritisiert kurz vor Beginn der Haushaltsberatungen die Kürzungspläne der Koalition bei humanitären Hilfsmaßnahmen. „Das ist eine große Belastung für unsere Arbeit“, sagte DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt der Augsburger Allgemeinen. Sie kritisierte insbesondere die im Etat des Auswärtigen Amts vorgesehene Kürzung für humanitäre Hilfen im Ausland um über eine Milliarde Euro. „In einer Zeit, in der die Zahl der bewaffneten Konflikte und der Extremwetterereignisse zunimmt und immer mehr Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen sind, wird hier an der falschen Stelle gespart.“

Hasselfeldt: Humanitäre Hilfe bleibt trotz Kürzungen unverzichtbar

Für viele Menschen bedeute das, auf elementare Grundbedürfnisse wie sauberes Trinkwasser, Lebensmittel oder Gesundheitsversorgung verzichten zu müssen, erklärte die frühere CSU-Politikerin und Bundesgesundheitsministerin. Unter anderem könne die Organisation deshalb ihr Engagement im größten Flüchtlingslager der Welt in Bangladesch nur noch stark reduziert weiterführen: „Dort haben wir uns bisher um Wasserversorgung und Hygiene von mehr als einer Million Menschen gekümmert.“

Auch in Lateinamerika gebe es Regionen, die vergessen werden, weil sich die Aufmerksamkeit auf einige wenige Krisenherde konzentriere. Seit dem Jahrtausendwechsel sei die Zahl der bewaffneten Konflikte von 20 auf 130 gestiegen. Hinzu kämen Erdbeben, Umwelt- und Extremwetterkatastrophen, sodass weltweit etwa 300 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen seien.

Hasselfeldt beendet ihre Amtszeit beim Deutschen Roten Kreuz

Hasselfeldt gibt ihr Amt der Rot-Kreuz-Präsidentin Ende des Monats an den früheren CDU-Bundesgesundheitsminister Herrmann Gröhe ab. Die 75-Jährige kündigte einen Rückzug ins Privatleben an.

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