Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) hat die Bedeutung von Empathie und Haltung in der Gesellschaft betont. „Haltung zu beweisen, dort, wo der Widerspruch erwartbar ist, wo Menschen vielleicht schon eigentlich gar nicht mehr zuhören wollen, das ist die große Aufgabe dieser Zeit“, sagte sie am Samstag vor der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland in Bonn. Einige versuchten, die moralische Kompassnadel zu verschieben, da müsse man gegenhalten.
Die Kirchen zeigten Haltung und leisteten lobenswerte Beiträge in der Gesellschaft, betonte die SPD-Politikerin. Sie seien ein „verlässlicher Ansprechpartner für uns als Politik, kritischer Begleiter, Träger von Gemeinwesen“ und auch ein „moralischer Kompass in schwierigem Fahrwasser“. Rehlinger lobte das Engagement beispielsweise in der Jugendhilfe, in der offenen Sozialarbeit oder in der Wohnungslosenhilfe. Aus gegebenem Anlass verwies sie auch auf das „eine oder andere Wohnheim“, denn die rheinische Kirche plant, das Studierendenwohnheim in Saarbrücken aufzugeben.
Das bis Dienstag tagende Kirchenparlament befasst sich unter anderem mit Ausgabenkürzungen von 31,8 Millionen Euro auf der landeskirchlichen Ebene bis 2030. Rehlinger erinnerte an das Motto ihrer Bundesratspräsidentschaft und des Tags der Deutschen Einheit im vergangenen Jahr in Saarbrücken: „Zukunft durch Wandel“. Dieses Motto könne auch für die Synode gelten. Es sei eine Aufgabenbeschreibung von Politik und Kirche, „Zukunft durch Wandel zu gestalten und den Menschen deutlich zu machen, dass Wandel nicht per se das Schlechte ist, dass die Veränderung auch etwas Gutes haben kann“, sagte sie.