Rekord: Spendenparlament gibt 690.000 Euro für soziale Projekte

Auf der 85. Sitzung des Hamburger Spendenparlaments (HSP) ist eine Fördersumme in Höhe von 690.000 Euro für 33 soziale Projekte bewilligt worden. So viel Geld sei noch nie zuvor in einer Sitzung verteilt worden, teilte das ehrenamtliche Parlament am Donnerstag mit. „Die wachsende Anzahl an Förderanträgen und die gestiegene Fördersumme zeigen die steigende Bedürftigkeit in Hamburg“, sagte Brigitte Hullmann, Vorsitzende der Finanzkommission des Spendenparlaments. Gefördert würden vor allem Projekte zur Integration von Geflüchteten, gegen Wohnungsnot und Obdachlosigkeit sowie für finanziell und sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche.

Das HSP-Sonderprogramm für Kinder und Jugendliche werde auf 600.000 Euro aufgestockt und laufe im nächsten Jahr weiter. „Uns ist es wichtig, die Kinder- und Jugendarbeit gezielt zu unterstützen, um nachhaltige Veränderungen für die jüngsten Mitglieder unserer Gesellschaft zu ermöglichen“, sagte Hullmann. Gefördert werde unter anderem ein Schwimmkurs für Geflüchtete oder ein Theaterprojekt zum Thema Medienkonsum für Kinder und Jugendliche. Unterstützt werde auch das SOS-Familien-Zentrum Dulsberg für sein Ferienprogramm.

Im Bereich Teilhabe erhalten den Angaben nach der Verein „KulturLeben“ Hamburg für sein Projekt „Kultur barrierefrei“ und die Initiative „Das Geld hängt an den Bäumen“ finanzielle Unterstützung. Für die Bekämpfung von Obdachlosigkeit bekomme die Tagesaufenthaltsstätte „CaFée mit Herz“ 36.000 Euro, damit sie für die Wintermonate Zimmer für Obdachlose anmieten kann, hieß es. Zu den geförderten Projekten gehöre auch der Verein Integrationshilfen, der Strafgefangene nach ihrer Entlassung oder im offenen Strafvollzug bei der Resozialisierung unterstützt.

Der Anstieg der Fördersumme gehe auch darauf zurück, dass die Vereine und Träger höhere Kosten für Personal, Miete und Lebensmittel bewältigen müssten. Für diese steigenden finanziellen Anforderungen stünden nur begrenzt staatliche Mittel zur Verfügung. Für seine Arbeit benötigt das HSP die Einnahmen der Mitgliedsbeiträge sowie Spenden. Angesichts des hohen Fördervolumens ist das HSP derzeit auf eine breite Unterstützung durch viele Hamburger angewiesen, um auch künftig in diesem Umfang Projekte unterstützen zu können.

Das Hamburger Spendenparlament hat seit 1996 über 1.550 Projekte in Hamburg mit mehr als 16 Millionen Euro unterstützt. Dreimal jährlich entscheiden 3.100 Mitglieder auf öffentlichen Sitzungen, welche gemeinnützigen Projekte Spenden erhalten. Stimmberechtigt sind alle, die mindestens fünf Euro Mitgliedsbeitrag im Monat zahlen. Das Spendenparlament ist unabhängig und weder politisch, weltanschaulich noch konfessionell gebunden.

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