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Regen, Trockenheit, Schädlinge: Landwirte kämpfen mit Extremen

Auf ein Jahr voller Wetterkapriolen blicken Baden-Württembergs Landwirte zurück: Erst machte Trockenheit den Pflanzen zu schaffen, dann bremsten anhaltende Regenfälle die Ernte aus. Trotzdem meldete der Landesbauernverband (LBV) am Montag in Vaihingen/Enz eine „zufriedenstellende“ Erntebilanz: Mit etwa 3 Millionen Tonnen Getreide lag das Gesamtergebnis sogar über dem langjährigen Mittel. Besonders beim wichtigsten Anbauprodukt Winterweizen kamen 1,6 Millionen Tonnen und ein Ertrag von 7,69 Tonnen pro Hektar zusammen. Auch Gerste erzielte mit 7,68 Tonnen Winter- und 6,19 Tonnen Sommergerste je Hektar beachtliche Werte. Raps blieb mit 3,95 Tonnen im Durchschnitt.

Doch die Freude ist getrübt: Die Marktpreise sind niedrig, die Kosten für landwirtschaftliche Betriebe steigen stetig. Außerdem sorgen Klimawandel und neue Schädlinge wie die Schilf-Glasflügelzikade für Probleme – bei starkem Befall können die Ertragsverluste laut Verband bei über 50 Prozent liegen. Der Bauernverband fordert daher weniger Bürokratie, praxisnahe Pflanzenschutzlösungen und mehr Tempo bei Zulassungen.

„Unsere Bauernfamilien brauchen politische Rückendeckung und Planungssicherheit“, mahnt LBV-Präsident Joachim Rukwied. Kürzungen im Agrarbudget gefährdeten Investitionen in Klimaschutz und Versorgungssicherheit. Der Verband verlangt faire Wettbewerbsbedingungen in Europa und mehr Vertrauen in das Know-how der Landwirte. (2103/25.08.2025)