Der vor zehn Jahren aus Syrien geflohene Tareq Alaows, flüchtlingspolitischer Sprecher der Menschenrechtsorganisation Pro Asyl, hält ein Abschieben von Syrerinnen und Syrern aus Deutschland für unmöglich. „Man kann die Menschen nur zurückschicken, wenn ihnen dort ein Leben in Würde garantiert ist. Davon kann in Syrien nicht die Rede sein“, sagte Alaows der Süddeutschen Zeitung. Spätestens Gerichte würden Abschiebungen nach Syrien stoppen.
Alaows berichtet von Besuch in seinem Heimatland
Die gesamte Umgebung der Hauptstadt Damaskus sei komplett zerstört und unbewohnbar. „Selbst in den Stadtteilen, die nicht völlig zerbombt sind, lässt es sich kaum leben. Strom gibt es nur für wenige Stunden, Wasser oft gar nicht“, sagte er. In Gegenden mit weniger Kriegszerstörungen sammelten sich derzeit „Hunderttausende Menschen aus anderen Landesteilen“. „Und das führt zu einer Hyperinflation bei den Preisen für Wasser, Benzin oder Lebensmittel. Auch die Mieten sind kaum mehr zu bezahlen“, sagte der Menschenrechtsaktivist.Er äußerte zudem Zweifel an dem Schutz von Minderheitenrechten, den die Machthaber der islamistischen HTS zugesichert haben. Er habe zum Beispiel gesehen, wie mit Maschinenpistolen bewaffnete Männer in christlichen Stadtteilen Frauen Zettel mit einer neuen Kleiderordnung in die Hand gedrückt hätten. „Wenn das angezeigt wird, werden diese Männer zwar gestoppt. Aber das löst bei den Minderheiten natürlich große Unsicherheit aus“, sagte er.Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an
