Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) hat die Zuständigkeit der Bundesländer für die Bildung verteidigt. “Die erfolgreichsten Bildungssysteme der Welt sind föderale Systeme. Es gibt überhaupt gar keine Evidenz dafür, dass es besser werden würde, wenn man zentralisiert”, sagte Prien in einem Interview von NDR Info. Sie äußerte sich angesichts von schlechten Ergebnissen in Bildungsstudien und Problemen im Bildungssystem. “Schauen Sie auf unsere Nachbarländer, die zentralistisch organisiert sind! Die haben ja keine besseren Ergebnisse und haben vergleichbare Probleme.”
Bund will Kita-Förderung für ein starkes Bildungssystem ausbauen
Es sei wichtig, sich in Deutschland auf gemeinsame Ziele zu verständigen, die dann angegangen würden. “Wenn wir wissen, dass Kinder, wenn sie nicht schon im Kita-Alter die Sprache Deutsch lernen, kaum eine Chance haben, erfolgreich durchs Bildungssystem zu gehen, dann müssen wir bundesweit – und da auch mit einheitlichen Standards – daran arbeiten, dass die Kinder in der Kita Deutsch lernen. Und das tun wir jetzt als Bund”, erklärte Prien.
Bildungssystem in Wandel: Länder steuern nur langsam um
Schlechte Ergebnisse in Bildungsstudien seien gleichwohl nicht hinnehmbar und auch für Deutschland ein großes Problem mit Blick auf die Fachkräftesituation, die Wettbewerbsfähigkeit und die Demokratiefähigkeit, betonte die Ministerin. “Und vor allem bedeutet es für das einzelne Kind, dass es schlechtere Chancen hat, wenn es später darum geht, in den Beruf und in ein selbstbestimmtes Leben zu kommen.” Sie habe den Eindruck, dass bei zentralen Themen viele Bundesländer in den vergangenen Jahren umgesteuert hätten. “Das dauert aber.” Man habe nicht sofort den schnellen Erfolg.
