Preidel: Sexualisierte Gewalt darf keinen Platz in der Kirche haben

Sexualisierte Gewalt darf laut der Präsidentin der bayerischen evangelischen Landessynode, Annekathrin Preidel, keinen Platz in der Kirche haben. „Wir werden also wachsam bleiben - und im Wissen um die Erkenntnisse der ForuM-Studie neu aufmerksam werden“, damit die Strukturen in der Kirche entsprechend verändert würden, sagte sie am Montag in ihrem Bericht vor der in Coburg tagenden Landessynode. Die Synodalen wollten „hinschauen, zuhören und uns darüber verständigen“, was folgen müsse.

Konkret kündigte Preidel an, dass die Synode das 2020 verabschiedete Präventionsgesetz im Licht der Ergebnisse der ForuM-Studie überprüfen und gegebenenfalls überarbeiten werde. Das Gesetz sei rechtliche Grundlage für das, was die bayerische Landeskirche in den vergangenen dreieinhalb Jahren in den Bereichen der Prävention und der individuellen und institutionellen Aufarbeitung sexueller Gewalt getan habe: „Und das Gesetz bleibt Grundlage für das, was wir noch zu tun haben.“

Außerdem sei es Aufgabe der Landessynode, die benötigten Mittel für die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt und die Präventionsarbeit zur Verfügung zu stellen, sagte Preidel weiter. Für das laufende Haushaltsjahr 2024 seien mehr als 1,1 Millionen Euro für die Fachstelle „Prävention gegen sexualisierte Gewalt“ in den Haushalt eingestellt worden. Die Synode werde nun beraten, welche finanzielle und personelle Ausstattung die Fachstelle künftig braucht, die aktuell noch als Projekt angelegt ist, befristet bis Ende 2025.

Ende Januar hatte ein Forscher-Team ihre ForuM-Studie über sexualisierte Gewalt im Raum der evangelischen Kirche und der Diakonie vorgestellt. Darin ist von mindestens 2.225 Betroffenen und 1.259 mutmaßlichen Tätern die Rede. Die Forscher gehen aber von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus. Die bayerische Landeskirche hatte 129 beschuldigte Personen für den Zeitraum 1917 bis 2020 für die Studie identifiziert.

Preidel sagte, die ForuM-Studie habe gezeigt, dass sich die Institution Kirche an unzählig vielen Menschen schuldig gemacht habe - etwa durch Verharmlosung und Vertuschung sowie durch den Schutz von Tätern und nicht der Opfer. (01/1279/22.04.2024)

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