Bei ihrer letzten Synodaltagung als Präsidentin hat Annekathrin Preidel in ihrer Eröffnungsansprache ein positives Fazit gezogen. „Eine moderne Kirche braucht eine moderne Synode mit modernen Arbeitsformen und modernen Organisationsstrukturen“, sagte Preidel in ihrer Eröffnungsansprache am Sonntagabend bei der Herbsttagung in Amberg laut Manuskript. „Die Veränderungen, die wir als Synode angestoßen haben und die wir - auch an uns selbst - immer wieder neu gestalten müssen, zeigen: Wir sind auf dem Weg zu einer Kirche, die aus Erfahrungen lernt, Mut zur Erneuerung hat und Zukunft aktiv gestaltet.“
Preidel räumte aber auch ein: „Von der Beharrung in die Bewegung zu kommen, ist kein Selbstläufer. Das kostet Mühen, bringt Reibung mit sich, erzeugt Spannung.“ Gerade jetzt zeige sich, wie klug es gewesen sei, dass die Synode vor zehn Jahren mit dem landeskirchlichen Zukunftsprozess „Profil und Konzentration“ (PuK) begonnen habe.
Bei ihrem Amtsantritt vor zwölf Jahren habe sie gesagt, Kirche müsse lernen, beweglich zu werden, „teamorientierter, experimenteller, offener“. Die Vorstellung, von dem bewährten Tanker umzusteigen in möglicherweise störanfälligere Schnellboote, sei einigen fremd gewesen. Doch heute zeige sich: „Diese Boote fahren! In Gemeinden, Initiativen, Projekten, Teams. Nicht alle im Gleichklang - aber in dem gleichen Geist.“ Vor allem der PuK-Prozess habe dabei Vieles in Gang gesetzt, sagte Preidel.
Vieles sei in der zu Ende gehenden Synodalperiode gelungen. „Noch nicht alles. Aber genug, um der kommenden Landessynode einige Seekarten an die Hand zu geben“, sagte Preidel. „PuK ist kein abgeschlossenes Projekt. PuK ist eine Bewegung.“ Im Mittelpunkt müsse die Beziehung zu den Menschen stehen, Kern der landeskirchlichen Identität sei die Spiritualität. Diese sei auch eine wichtige Ressource in der Transformation. Die Landeskirche rechnet in den kommenden zehn Jahren mit einem deutlichen Rückgang bei den Kirchenmitgliedszahlen, den finanziellen Ressourcen und beim hauptamtlichen Personal.
Preidel gehört seit 2008 der Landessynode an, seit 2014 als Präsidentin. Sie hat federführend den Reformprozess „Profil und Konzentration“ mit auf den Weg gebracht. Bei der Wahl der neuen Landessynode am 7. Dezember kandidiert die 68-Jährige nicht mehr. Das Gremium konstituiert sich im Frühjahr 2026 in Bayreuth. Dort wird dann auch ein neues Präsidium gewählt. Bis dahin führt der amtierende Landessynodalausschuss mit Annekathrin Preidel an der Spitze die Geschäfte weiter. (3684/23.11.2025)