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Präses Latzel: Kampf gegen Klimawandel braucht anderes Bewusstsein

Der rheinische Präses Thorsten Latzel wirbt mit Blick auf den Klimawandel für eine Zeit „geistlicher Umkehr im Blick auf die Schöpfung“. Es brauche ein anderes Selbstverständnis und eine neue Schöpfungsspiritualität als „Bewusstsein von Dank und Demut gegenüber dem mir geschenkten Leben“, sagte er am Freitag in Bonn in seinem Bericht vor der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland. „Wir werden die ökologischen Fragen nicht allein durch Technik oder Moral lösen.“

Dass die Bewahrung der Schöpfung politisch aktuell nicht die erste Priorität habe, ändere nichts an der Dringlichkeit dieser Aufgabe, betonte der leitende Geistliche der zweitgrößten evangelischen Landeskirche in Deutschland. „Wir stoßen an zahlreiche ökologische Belastungsgrenzen und überschreiten sie bereits.“ Das Jahr 2025 sei das drittheißeste Jahr seit Messbeginn gewesen. Allein in Europa sterben laut Latzel jedes Jahr Tausende Menschen durch Hitzetod.

Außerdem habe der weltweite Ausstoß an Treibhausgasen zu- und nicht abgenommen, betonte der Theologe. Der Verlust tropischer Regenwälder sei im Jahr 2024 mit einer Fläche von 67.000 Quadratkilometern auf einem neuen Höchststand gewesen. Noch dringlicher sei ein anderer Umgang mit dem Biodiversitätsverlust, da nach Schätzungen pro Tag etwa 150 Arten aussterben würden.