Peta zu Hubertusmessen: “Kirchen sollten Hobbyjagd strikt ablehnen”

Die Tierschutzorganisation Peta hat die kirchliche Segenserteilung an Jägerinnen und Jäger in Hubertusmessen kritisiert. Peta-Fachreferent Peter Höffken warf Jagdtreibenden „unethisches Handeln“ vor. Sie übten ein „blutiges Hobby“ aus und töteten Tiere „in der Regel aus reinem Vergnügen“, teilte Höffken dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Freitag auf Anfrage mit. Er forderte: „Die Kirchengemeinden sollten die Hobbyjagd und diese sinnlose Waffengewalt strikt ablehnen.“ Peta hatte zuvor in einer Mitteilung eine am Sonntag (5. November, 18 Uhr) in der Alt-Rahlstedter Kirche in Hamburg geplante Hubertusmesse der Hamburgischen Kommende des Johanniter-Ordens, Subkommende Walddörfer, kritisiert.

Die vermeintliche Legitimation der Jagd durch die Hubertusmesse sei nicht mit der christlichen Ethik vereinbar, das Leben zu achten, schrieb Peta in Bezug auf die in Hamburg geplante Veranstaltung. Von Höffken hieß es in der Mitteilung: „Einen Gottesdienst zu veranstalten, der Jagdausübenden symbolisch den Segen für das sinnlose Töten wehrloser Mitgeschöpfe gibt, sendet ein völlig falsches Signal.“ Kirchen müssten für die Bewahrung der Schöpfung eintreten, nicht für ihre Zerstörung. Hubertusmessen bilden laut Peta zudem häufig den Auftakt zu Drückjagden. Dabei zögen Hobbyjägerinnen und -jäger vor allem im Herbst und Winter durch die Wälder, um Tiere zu hetzen und zu töten, so die Tierschützer.

Gegenüber dem epd bezeichnete Höffken Hubertusmessen zudem als „Widerspruch, denn Hubertus von Lüttich entsagte Überlieferungen zufolge der Jagd“. Die Jägerschaft verstehe die Messen heutzutage aber als Legitimation für ihr Handeln. Geistliche sollten sich im Übrigen auch vor Augen halten, dass durch Schlagfallen, Fehlschüsse und weitere grausame Jagdpraktiken viel Leid und Schmerz bei den Tieren verursacht werde.

Hubertusmessen finden rund um den Hubertustag (3. November) statt. Der Tag erinnert an Hubertus von Lüttich (um 655-727), der zu den Heiligen der katholischen Kirche zählt. Der Überlieferung nach war Hubertus als junger Edelmann ein leidenschaftlich ausschweifender Jäger. Später hat er in allen Wesen Geschöpfe göttlichen Ursprungs erkannt und sich deshalb hegend und pflegend für sie eingesetzt. Diese Grundhaltung der Achtung vor den Geschöpfen fand Eingang in die Verhaltensgrundsätze der Jägerschaft.

Aufgrund Hubertus' traditioneller Bedeutung als Schutzpatron der Jagd und des damit verbundenen Brauchtums werde der Hubertustag zunehmend auch in der evangelischen Kirche gefeiert - vor allem im ländlichen Raum, hatten beispielsweise am vergangenen Montag (30. Oktober) der Pommersche Evangelische Kirchenkreis (PEK) sowie der Kirchenkreis Mecklenburg mitgeteilt.

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