In Peru ist ein weiterer Ex-Präsident zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Das Oberste Gericht sprach Pedro Castillo des versuchten Putsches schuldig, wie die Tageszeitung „La República“ am Donnerstag (Ortszeit) berichtete. Der linke Politiker soll elf Jahre und fünf Monate in Haft. Es sei erwiesen, dass er im Dezember 2022 versucht habe, seine Macht zu erweitern und entgegen seinen gesetzlichen Befugnissen den Kongress aufzulösen, erklärte Richterin Norma Carbajal. Dies erfülle den Tatbestand der Rebellion.
Castillo übernahm das Präsidentenamt im Juli 2021 und versprach eine Agrarreform sowie Sozialreformen zugunsten der ärmeren Bevölkerung. Nach einem langen Machtkampf mit dem Parlament verkündete er am 7. Dezember 2022 die Auflösung des Kongresses und vorgezogene Neuwahlen. Der Kongress setzte ihn darauf ab.
Castillo ist der fünfte verurteilte Ex-Präsident Perus innerhalb von 20 Jahren. Erst am Mittwoch sprach ein Gericht den von 2018 bis 2020 amtierenden Martín Vizcarra wegen Korruption für schuldig und verhängte eine Haftstrafe von 14 Jahren gegen ihn. Seit 2016 hat in Peru kein Präsident seine fünfjährige Amtszeit zu Ende gebracht.