Das letzte Abkommen zur Begrenzung der Nuklear-Arsenale zwischen den USA und Russland läuft aus. Gegen ein mörderisches Wettrüsten bietet Leo XIV. seine Unterstützung an.
Angesichts des endenden New-Start-Vertrags zwischen den USA und Russland dringen Papst und katholische US-Bischöfe auf neue Initiativen zur Rüstungsbeschränkung. Die Gefahren, die von aktuellen Konflikten weltweit ausgingen, machten das Auslaufen des letzten internationalen Abkommens zur Begrenzung strategischer Atomwaffen "schlicht inakzeptabel", erklärte der Vorsitzende der US-amerikanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Paul Coakley. Papst Leo XIV. sagte, es müsse alles getan werden, um einen neuen Rüstungswettlauf zu verhindern.
Das Kirchenoberhaupt rief am Mittwoch in Rom eindringlich zu einer Bemühungen um eine "konkrete und wirksame Fortsetzung" des Vertrags auf. Dafür sagte Leo XIV. seine Unterstützung zu.
Zuvor hatten die US-Bischöfe am Dienstag an politische Entscheidungsträger appelliert, auf dem Verhandlungsweg die Beschränkungen für ihre Atomwaffenarsenale aufrechtzuerhalten und Wege zur Abrüstung zu eröffnen. "Internationale politische Meinungsverschiedenheiten, so schwerwiegend sie auch sein mögen, dürfen nicht als Vorwand für diplomatische Blockaden dienen", betonte der Konferenzvorsitzende Coakley.
"Ich rufe alle Gläubigen und alle Männer und Frauen guten Willens dazu auf, inständig dafür zu beten, dass wir als internationale Gemeinschaft den Mut aufbringen, einen authentischen, transformativen und dauerhaften Frieden anzustreben", schrieb Coakley, Erzbischof von Oklahoma City.
Der 2011 in Kraft getretene Strategic Arms Reduction Treaty (Start) verpflichtete Russland und die USA, jeweils nicht mehr als 1.550 einsatzbereite nukleare Sprengköpfe und eine beschränkte Zahl von Trägersystemen und Abschussvorrichtungen zu besitzen. Das Folgeabkommen wurde zuletzt Anfang Februar 2021 um fünf Jahre verlängert.
2023 setzte Russlands Präsident Wladimir Putin die Teilnahme an New Start aus, bot aber vergangenen September eine erneute Verlängerung des Abkommens um ein Jahr an. Schätzungen gehen davon aus, dass Russland derzeit etwa 5.460 nukleare Sprengköpfe besitzt, die USA 5.180. Weil inzwischen China als Atommacht mit schätzungsweise mehr als 600 einsatzfähigen Sprengköpfen hinzugekommen ist, rechnen Experten bei einem neuen Wettrüsten mit einer komplizierten Dynamik.
Die katholische Kirche ist entschieden gegen den Einsatz von Nuklearwaffen und die Drohung damit. Papst Franziskus (2013-2025) nannte die vollständige Abschaffung aller Atomwaffen eine "moralische und humanitäre Pflicht".