Nach Gewaltausbrüchen militanter Muslime gegen Christen in Pakistan haben viele Betroffene die Nächte unter freiem Himmel verbracht. Etwa 1.000 Menschen flüchteten an den Tatorten in der Provinz Punjab auf nahe gelegene Zuckerrohrfelder, weil ihre Häuser bei den Ausschreitungen zerstört wurden, wie das internationale Hilfswerk Kirche in Not in München mitteilte. Zuhause hätten sie nur noch alles zerstört vorgefunden: "Kein Trinkglas mehr heil, nicht einmal eine intakte Glühbirne", wie eine Kontaktperson berichtete.
Deren Informationen zufolge hat sich die Zahl der angegriffenen Kirchen verschiedener christlicher Konfessionen auf 21 erhöht. Viele davon seien in Brand gesteckt worden. "In den Kirchen ist alles zerstört. Ich kann gar nicht beschreiben, was sie mit den Statuen von Jesus und Maria gemacht haben." Der Partner des Hilfswerks hatte die Stadt Jaranwala besucht, in der es Anfang der Woche schwere Übergriffe gegen die christliche Minderheit gab. In den umliegenden Dörfern seien Häuser von Christen gezielt attackiert worden, obwohl sie teilweise weit entfernt voneinander lägen.
