Online-Gottesdienste sind Alltag geworden – auch nach dem Lockdown

Studie der Arbeitsstelle midi
Online-Gottesdienste sind Alltag geworden – auch nach dem Lockdown
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Jens schulze / epd
Hannover / Hamburg. Laut einer neuen Studie haben zwei Drittel der evangelischen Kirchengemeinden auch nach dem Ende des ersten Corona-Lockdowns im vergangenen Jahr weiterhin Online-Gottesdienste angeboten. Zu diesem Ergebnis kommt die Vergleichsstudie der Evangelischen Arbeitsstelle midi „Gottesdienstliches Leben während der Pandemie“, an der auch Gemeinden der Nordkirche teilgenommen haben. Das Online-Angebot habe es gegeben, obwohl eine überdeutliche Mehrheit Gottesdienste auch wieder analog gefeiert habe. Das neue Normal im gottesdienstlichen Leben ist nach den Erkenntnissen der Studienautoren die analoge und digital-asynchrone Verkündigung. Über die Hälfte der Gemeinden feierten Gottesdienste analog und stellten den aufgezeichneten Gottesdienst digital in erster Linie über Youtube zur Verfügung.

Kürzer und innovativer

Der Präsenz-Gottesdienst profitiere aber auch von den guten Erfahrungen aus dem Digitalen. Kürzer, innovativer und partizipativer seien die Gottesdienste geworden. „Wir müssen alles tun, damit uns die Kreativität und Innovationsfreude, die sich unter Corona-Bedingungen entwickelt haben, erhalten bleiben. Das ist mein Appell an alle, die Verantwortung in der Kirche tragen: Sorgen wir gemeinsam dafür, dass kreative Freiräume reichlich vorhanden sind und genutzt werden!“ sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm.
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Etwa 85 Prozent der Gemeinden hoffen laut der Studie, dass diese Kreativität und Innovationsfreude auch nach der Pandemie erhalten bleiben. Darüber hinaus sei es durch die digitalen Möglichkeiten gelungen, Kontakte zu Menschen über die Zielgruppenarbeit aufrechtzuerhalten. Die midi-Vergleichsstudie hat 729 Gemeinden in Kurhessen-Waldeck, Mitteldeutschland, Württemberg und der Nordkirche erneut befragt, die im vergangenen Jahr im Kontext der Ad-hoc-Studie „Digitale Verkündigungsformate während der Corona-Krise“ angegeben hatten, dass sie durch Corona digitale Verkündigungsformate angeboten haben. Davon haben sich 35 Prozent an der midi-Vergleichsstudie 2021 beteiligt. (epd)
Timo.TeggatzT
Ein Beitrag von:

Timo.Teggatz

Schrieb schon als Schüler für die Lokalzeitung über Kaninchenzüchter und mehr, während des Politik-Studiums in Kiel als rasender Sportreporter im Einsatz. Volontariat beim Schleswig-Holsteinischen-Zeitungsverlag, danach acht Jahre als Redakteur für eine Touristikzeitschrift in der Weltgeschichte unterwegs. Seit Juli 2014 bei der Evangelischen Zeitung – seit dem Start von evangelische-zeitung.de für online zuständig.

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