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Nur 265 Plätze bundesweit für geschlossene Jugendtherapien

Nur drei Bundesländern halten sie in nennenswerter Zahl vor: Therapieplätze in geschlossenen Einrichtungen für Minderjährige. Das führt bei Familiengerichten zu Probleme bei der Suche nach Plätzen.

Bundesweit gibt es nur 265 Therapieplätze für Kinder und Jugendliche in geschlossenen Einrichtungen. Das geht aus einer Antwort der nordrhein-westfälischen Landesregierung auf eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion hervor. In den 16 Bundesländern stünden lediglich in NRW und in Baden-Württemberg mit jeweils 66 und in Bayern mit 100 solche Plätze in nennenswertem Umfang zur Verfügung. In vier weiteren Bundesländern gebe es je eine Einrichtung mit vier, sieben, acht und 14 Plätzen. Neun Länder hielten gar keine vor. Belegt würden die Plätze jedoch von Kindern und Jugendlichen aus allen Bundesländern, was Familiengerichte bei der Suche nach Plätzen vor Probleme stellt.

In der Anfrage bezieht sich die SPD auf Medienberichte von Anfang des Jahres über eine Bielefelder Jugendliche mit Suchterkrankung. Danach fand sich für die als “Systemsprengerin” bezeichnete Minderjährige, von der eine Selbst- und Fremdgefährdung ausgegangen sei, kein geeigneter Therapieplatz.