Nordhäuser Gedenkstättenarbeit unter neuer Leitung

Der neue Leiter der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora in Nordhausen, Andreas Froese, setzt auf Digitalisierung als Chance, auch zukünftig den Forschungs-, Informations- und Vermittlungsauftrag der Einrichtung zu erfüllen. Die Arbeit in der Einrichtung sehe sich fast 80 Jahre nach der Befreiung der Konzentrationslager mit dem Abschied von der Zeitzeugenschaft konfrontiert, sagte der Historiker am Mittwoch anlässlich seiner Amtseinführung in Nordhausen.

Froese hat bereits zum Jahresbeginn die Leitung der KZ-Gedenkstätte übernommen. Zuletzt leitete er neun Jahre lang die Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe in Gardelegen in Sachsen-Anhalt. In der Gedenkstätte Mittelbau-Dora absolvierte er zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn zwischen 2012 und 2014 ein Volontariat.

Der neue Gedenkstättenleiter betonte, die Gedenkstätte sei regional, bundesweit und international für ihre hervorragende Arbeit bekannt. Sie verfüge über ein hohes fachliches Maß an historischer Dokumentation, wissenschaftlicher und pädagogischer Expertise. An diesem Lernort eröffne sich die besondere Chance, die Geschichte der nationalsozialistischen KZ-Zwangsarbeit und ihre Nachwirkungen den Besuchenden zu veranschaulichen.

Mit Blick auf die in Konzentrationslager deportierten Menschen sieht Froese immer noch Gruppen, deren Geschichten bislang wenig öffentliche Aufmerksamkeit und Anerkennung fanden. Erst in jüngster Zeit habe sich etwa der Blick vermehrt denjenigen zugewandt, die als vermeintlich „Kriminelle“ und „Asoziale“ verfolgt wurden. Diese Opfergruppen wolle er stärker in den Fokus rücken.

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