Der Literaturwissenschaftler Johannes Franzen sieht in Benjamin von Stuckrad-Barres „Noch wach?“ das Paradebeispiel für einen Schlüsselroman. Dass Stuckrad-Barre selbst diesen Begriff ablehne, sei kein Widerspruch, sagte Franzen dem Evangelischen Pressedienst (epd): „Im Gegenteil: Es ist geradezu konstitutiv für den Schlüsselroman, dass man sagt, er sei kein Schlüsselroman.“ Stuckrad-Barre behaupte dies jedoch eher augenzwinkernd, denn die Parallelen zu Vorgängen und Figuren im Springer-Verlag seien zu offensichtlich.
Nach den Worten Franzens bezeichnet der Schlüsselroman einen skandalträchtigen Text, der sich als fiktional bezeichnet, aber andeutet, dass es für Geschehnisse und vor allem Figuren reale Vorbilder gibt. „Und diese Figuren lassen sich entschlüsseln, wenn man das richtige Wissen hat.“ Zudem werde der Roman eingesetzt, um Personen des öffentlichen Lebens in ein schlechtes Licht zu rücken. Insofern sei „Noch wach?“ der „klassische Fall eines Schlüsselromans“. Als solcher werde er auch vermarktet.
