Niedersachsen plant Impfangebote für Geflüchtete

Die Impfquoten in der Ukraine seien sehr niedrig, sagt die Gesundheitsministerin. Deshalb sollen mobile Teams in den Erstaufnahmen zum Einsatz kommen.

Foto: Unsplash
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Hannover. Niedersachsen will Menschen, die aus der Ukraine geflüchtet sind, Schutzimpfungen gegen Corona, Polio und Masern anbieten. „Wir wissen, dass das Thema für viele dieser Menschen nicht an erster Stelle steht“, sagt Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD). Trotzdem gebiete es der Infektionsschutz, dass Impfangebote gemacht würden. „In der Ukraine liegt die Corona-Impfquote bei 35 Prozent“, betont die Ministerin. Auch die Impfquote bei Polio und Masern sei dort vergleichsweise niedrig.

Bei den Impfungen sollen die mehr als 200 mobilen Impfteams in den Landesaufnahme-Einrichtungen eingesetzt werden. Zudem werde das Gesundheitsministerium in den kommenden Tagen die Informationsseiten zum Thema Impfung ins Ukrainische übersetzen lassen, kündigt Behrens an.

Auch Verletzte sollen aufgenommen werden

Nach Angaben der Staatskanzlei hat das Land seit Kriegsbeginn in seinen Ankunftszentren bislang insgesamt 1.417 ukrainische Staatsangehörige aufgenommen. Hinzu kommen noch Flüchtlinge, die privat bei Verwandten, Freunden und Bekannten untergekommen sind.

Das Land bereite sich ferner auf die Aufnahme von Verletzten aus der Ukraine vor, sagt Behrens. Darauf habe sie sich mit Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) verständigt. Dabei hätten sie auch über Hilfsmaßnahmen zur Unterstützung des ukrainischen Gesundheitssystems gesprochen. „Das Gesundheitssystem in der Ukraine steht teilweise vor dem Zusammenbruch“, sagt die Ministerin. Geholfen werden soll etwa mit Medikamenten und mit Personal. (epd)