Der neuernannte Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz hat sich zu einer der Welt zugewandten Kirche bekannt, die die Sorgen und Nöte der Menschen ernst nimmt. „An der Wirklichkeit vorbei kann man nicht geistlich sein“, sagte er am Samstag bei seiner Vorstellung im Dom zu Paderborn. Die Kirche müsse wissen, „dass sie nicht leben kann, wenn sie sich verschließt und sich selbst genügt, sondern dass sie ihrer Sendung dann gerecht wird, wenn sie Grenzen überwindet und mit dem Evangelium Brücken in die Gegenwart unsrer Gesellschaft baut“.
An seinem neuen Wirkungsort wolle er „die ganze Wirklichkeit des Erzbistums Paderborn wahrnehmen und annehmen, auch mit ihrer dunklen Seite“, sagte der 56-jährige promovierte Theologe vor dem Hintergrund des Missbrauchsskandals, ohne dies konkret auszuführen. „Auch das gehört zu uns. Sonst können wir keinen gemeinsamen geistlichen Weg in die Zukunft finden.“
Der bisherige Mainzer Weihbischof räumte ein, dass ihm der Weggang aus Mainz schwerfalle. Er habe 35 Jahre in der Stadt gelebt, er sei ein eingefleischter Pfälzer, dessen Motto laute: „'Ich hab Spaß an de Leut', wie man bei uns so sagt“. Er komme nun mit „riesiger Freude“ in sein neues Bistum und freue sich auf die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen und „den vielen, vielen engagierten Ehrenamtlichen, die dieser Kirche von Paderborn ein Gesicht geben“.