Frieden ist keine Selbstverständlichkeit - darauf soll eine neue Sonderausstellung in Augsburg aufmerksam machen. Das Jüdische Museum zeigt sie wegen zwei besonderer Anlässe.
Mit dem Thema "Frieden" aus jüdischer Perspektive befasst sich eine neue Sonderausstellung in Augsburg. Die gleichnamige Schau läuft vom 3. Dezember 2025 bis 13. September 2026 in der ehemaligen Synagoge Kriegshaber. Laut Ankündigung vom Donnerstag soll sie einen neuen Blick auf das Ringen um einen Zustand eröffnen, der weltweit immer fragiler geworden ist. Gezeigt werden demnach historische wie zeitgenössische Objekte und Kunstwerke. Die Besucher würden dazu eingeladen, über die Voraussetzungen eines friedlichen Miteinanders nachzudenken.
"In einer Zeit zunehmender globaler Konflikte richtet die Ausstellung 'Frieden' den Fokus bewusst weg von Gewalt und Terror - hin zu der Möglichkeit ihrer Abwesenheit", heißt es vom Jüdischen Museum Augsburg Schwaben. Die Ehemalige Synagoge Kriegshaber ist einer von zwei Standorten dieses Hauses. "Verschiedene Konzepte und Definitionen von Frieden werden vorgestellt und in Beziehung zu Judentum, Politik, Krieg, Feminismus, Dialog und Gerechtigkeit gesetzt. Ausgewählte Objekte sowie künstlerische Arbeiten veranschaulichen den Einsatz für den Frieden und gelebte friedliche Praxis."
Die Sonderausstellung basiert laut Mitteilung auf der gleichnamigen Schau des Jüdischen Museums Wien. Die Präsentation in Augsburg sei durch zwei bedeutende Jubiläen angestoßen worden: den 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs und das 375-jährige Jubiläum des städtischen Hohen Friedensfests. "Entsprechend gibt die Ausstellung auch Einblicke in das Engagement für den Frieden in Deutschland und würdigt die besondere Bedeutung des Themas für Augsburg."
Die Schau solle die zivilisatorische Errungenschaft des Friedens in Erinnerung rufen und das Bewusstsein dafür schärfen, dass dieser Zustand stets bedroht und verletzlich sei, hieß es weiter. Museumsdirektorin Carmen Reichert sagte: "Mit der Ausstellung möchten wir dafür sensibilisieren, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit ist. Er muss immer wieder ausgehandelt, geschützt und aktiv gestaltet werden."
Das Hohe Friedensfest wird in Augsburg immer am 8. August begangen. Diesen Sommer jährte es sich zum 375. Mal. Das Augsburger Friedensfest ist der einzige gesetzliche Feiertag in Deutschland, der nur in einer Stadt gilt. Es kam auf, nachdem die Protestanten nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) das Recht zur Religionsausübung und ihre Kirchen wiedererlangt hatten.