Alle Jahre wieder flammt zum Jahreswechsel die Diskussion ums Feuerwerk auf. Die einen lieben es, die anderen sehen darin bloß Krach und Dreck. Der bayerische Naturschutzverband LBV macht nun einen Kompromissvorschlag.
Für Menschen ist es schön anzusehen, für Tiere der pure Stress: das alljährliche Feuerwerk zum Jahreswechsel. Der bayerische Naturschutzverband LBV ruft daher zum Verzicht aufs Zünden lauter Böller auf. "Bei Wildtieren löst der heftige unerwartete Lärm einen Fluchtreflex aus", teilte der LBV am Montag im mittelfränkischen Hilpoltstein mit. Sie bräuchten sehr lange, um wieder zur Ruhe zu kommen. "Die nächtliche Unruhe kostet sie wertvolle Energie, die sie gerade in langen, kalten Winternächten zum Überleben brauchen."
Private Silvesterfeuerwerke sollten daher auf Knallerbsen, Wunderkerzen, Bodenwirbel und Eisfontänen beschränkt werden, hieß es. "Diese haben eine begrenzte Lautstärke und reduzieren so den Stress für die Natur."
Vögel fliehen vor Raketen in große Höhen von mehreren hundert Metern, landen für lange Zeit nicht und kehren nur zögerlich zu ihren Rast- und Schlafplätzen zurück, wie der LBV ausführte. Wenn sie demnach in Schwärmen in großer Panik flüchten, können sie gegen Glasscheiben oder andere, in der Dunkelheit nicht sichtbare Hindernisse prallen.
"Zu Schutzgebieten für Wildtiere sollte man grundsätzlich mit lauten Geräuschen Abstände von mindestens zwei Kilometern einhalten", appellierten die Naturschützer. So wie in der Nähe von Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen keine Böller gezündet werden dürften, sollte es auch zum Schutz der Wildtiere ein Feuerwerksverbot in einem Abstand von mindestens zwei Kilometern zu Schutzgebieten und mindestens vier Kilometern zu Kranich- und Gänseschlafplätzen geben.
In der Nähe von Fledermausquartieren dürfe schon jetzt kein Feuerwerk gezündet werden, da Störungen dieser Quartiere laut Bundesnaturschutzgesetz verboten seien, so der LBV. Wegen der Waldbrandgefahr müsse man auch in Waldnähe auf Feuerwerke verzichten.
Neben Lärm und Licht beeinträchtigt auch die massive Luftverschmutzung des Feuerwerks durch Feinstaub und Schwermetalle Mensch und Tier, wie der LBV weiter erklärte. "Für Vögel ist Feinstaub schädlich, weil sich dieser im Gefieder der Tiere festsetzt, die isolierende Funktion der Federn beeinträchtigt und die Tiere beim Putzen den Staub zudem aufnehmen."