Rund zwei Wochen nach der Machtübernahme des Militärs im Niger zeigt sich die EU „sehr beunruhigt“ über die Lage in dem westafrikanischen Land. „Die Tatsache, dass bewaffnete Kräfte die demokratisch gewählten Institutionen übernommen haben, kreiert in vielerlei Hinsicht riesige Probleme“, erklärte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel. Die EU habe sofort jegliche Kooperation mit der Führung des Landes eingestellt. Auch die Zusammenarbeit gegen illegale Migration sei betroffen.
Die EU arbeitet seit Jahren mit der Regierung im Niger zusammen, um irreguläre Migration aus der Sahelzone nach Europa zu bekämpfen. Auf die Nachfrage eines Journalisten, ob die EU nach dem Putsch mit steigenden Migrationszahlen aus der Region rechne, bestätigte der Sprecher, dies sei „eines der Risiken“. Der Putsch stelle eine Gefahr der Destabilisierung für die gesamte Region dar. Staatsstreiche in der Region hätten jedes Mal zu Sicherheitsproblemen geführt, „einschließlich der Unfähigkeit der internationalen Gemeinschaft, die Migrationsströme zu regulieren“.

