In Mecklenburg-Vorpommern sind zahlreiche Veranstaltungen zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus geplant. Anlass ist der 27. Januar, an dem sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zum 81. Mal jährt. Der Landtag veranstaltet nach eigenen Angaben am Dienstag (18 Uhr) ein Gedenkkonzert im Plenarsaal des Schweriner Schlosses. Zu hören sein wird eine Auswahl aus dem Liederzyklus „Stimmen des Holocaust“.
Mecklenburg-Vorpommerns Kulturministerin Bettina Martin (SPD) wird am selben Tag an der landesweiten Gedenkveranstaltung „Erinnern, betrauern, wachrütteln“ in Wöbbelin und Ludwigslust (Landkreis Ludwigslust-Parchim) teilnehmen, wie ihr Ministerium mitteilte. Dabei soll der Menschen gedacht werden, die aufgrund psychischer Erkrankungen, geistiger oder körperlicher Behinderungen verfolgt wurden. Um 10 Uhr sollen Kränze an der Gedenkstätte auf dem ehemaligen Lagergelände Wöbbelin niedergelegt werden. Danach folgt um 11 Uhr eine Andacht in der evangelischen Stiftskirche in Ludwigslust und ab 12.15 Uhr im angrenzenden Festsaal ein Fachtag mit Vorträgen und Erfahrungsberichten.
In Rostock lädt der Förderverein des Max-Samuel-Hauses anlässlich des Gedenktages bereits am Sonntag (14 Uhr) zur Pflege der „Denksteine“ für die ermordeten Rostocker Jüdinnen und Juden ein. Im Rostocker Lichtspieltheater Wundervoll (Metropol) gibt es am Dienstag und Mittwoch Januar einen „Augen auf-Kinotag“ mit „mit bewegenden Filmen und anschließenden Gesprächen mit Filmgästen“, wie das Kulturministerium informierte.
Die Stadt Rostock will am Dienstag ab 15 Uhr auf dem Neuen Friedhof an die Opfer der Shoa erinnern. An der Hochschule für Musik und Theater in Rostock werden Studierende am selben Tag um 20 Uhr unter dem Titel „Erinnerung wachhalten“ musizieren. In der Kunsthalle Rostock wird im Rahmen der Ausstellung „totenstill“ mit Fotografien von Dirk Reinartz am Dienstag um 19 Uhr der Film „Nuit et Brouillard“ (Nacht und Nebel) aus dem Jahr 1955 gezeigt. Anschließend gibt es ein Podiumsgespräch.
Am Montag soll laut Kulturministerium bei zwei Veranstaltungen in Wismar (Landkreis Nordwestmecklenburg) und Greifswald (Landkreis Vorpommern-Greifswald) an die jüdischen Familien Karseboom und Cohn gerinnert werden. In Güstrow (Landkreis Rostock) ist am Dienstag um 16 Uhr im Dom eine Gedenkandacht geplant.
Im Rahmen einer öffentlichen Gedenkveranstaltung in Malchin (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) soll am Dienstag um 15 Uhr eine Gedenktafel am dortigen jüdischen Friedhof feierlich enthüllt werden. Die Gedenktafel soll an die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger Malchins erinnern, die während der NS-Zeit Opfer von Verfolgung, Entrechtung und Ermordung wurden.
Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz. Seit 1996 ist der 27. Januar in Deutschland offizieller Gedenktag für die Opfer des Holocaust, seit 2005 auch internationaler Gedenktag.