Mehr Zeit, um an der Ampel die Straße zu überqueren: Das bekommen in München nun Menschen mit eingeschränkter Mobilität. In einem Pilotprojekt erprobt die Stadt eine bedarfsgerechte Verlängerung der Grünphase für Fußgänger, wie sie am Freitag mitteilte. Ziel des digital gestützten Projekts sei es, mobilitätseingeschränkten Menschen die Teilnahme am Straßenverkehr zu erleichtern und die Verkehrssicherheit zu erhöhen.
Dabei kommuniziert eine App auf dem Smartphone der Fußgänger über Bluetooth mit der Ampel. Diese verlängert dann automatisch die Grünzeit um mehrere Sekunden, damit die Person die Straße komfortabel und ohne Eile queren kann. Der Test findet vorerst an sechs Kreuzungen statt, wo die Ampeln mit Bluetooth-Empfängern ausgestattet werden.
Mobilitätseingeschränkte Personen – etwa alte Menschen oder Menschen mit Behinderung – können sich die App auf ihr Smartphone laden und sich mittels eines entsprechenden Nachweises freischalten lassen. Der reguläre Verkehrsfluss werde durch die individuelle Grün-Verlängerung nicht spürbar beeinträchtigt, hieß es.
Mobilitätsreferent Georg Dunkel (parteilos) nannte das Projekt einen „wichtigen Schritt hin zu einer inklusiveren Stadt“, damit sich alle Bürger „sicher und selbstständig im öffentlichen Raum bewegen können – unabhängig von ihren körperlichen Fähigkeiten“. (00/0075/10.01.2025)