Missio München mahnt mehr Einsatz für Inklusion weltweit an

Millionen Menschen sind wegen körperlicher oder geistiger Einschränkungen von Bildung, Arbeit, Gesundheitsversorgung und sozialem Leben ausgeschlossen. Sie dürfen nicht vergessen werden, mahnt das katholische Hilfswerk.

Das internationale katholische Hilfswerk missio München hat dazu aufgerufen, weltweit entschlossener die Rechte und die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung zu fördern. "Jeder Mensch ist Ebenbild Gottes - und jeder Mensch hat ein unveräußerliches Recht auf Würde, Schutz und Teilhabe", erklärte missio-Präsident Wolfgang Huber angesichts des Internationalen Tags der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember. Der von den Vereinten Nationen 1993 ausgerufene Gedenktag soll die oftmals sehr schwierigen Lebensumstände von den Betroffenen ins Bewusstsein rufen.

Nach wie vor würden Millionen Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen von Bildung, Arbeit, Gesundheitsversorgung und sozialem Leben ausgeschlossen, erinnert Huber und fügt hinzu: "Das ist nicht hinnehmbar." In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens etwa führten soziale Stigmatisierung, Armut und fehlende staatliche Hilfe immer noch zu Ausgrenzung. Kinder mit Behinderung würden häufig nicht zur Schule geschickt, Erwachsene erhielten kaum Zugang zum Arbeitsmarkt und Familien blieben auf sich allein gestellt.

Wie es anders gehen könne, zeige das von Mitteln des Hilfswerks unterstützte Alemachen-Rehazentrum in Addis Abeba, heißt es in der Mitteilung. In Äthiopien leben demnach mehr als 7,8 Millionen Menschen mit Behinderung, viele von ihnen ohne medizinische Versorgung oder Zugang zu Bildung. Das von Vinzentinerinnen geleitete Zentrum ermögliche Kindern aus armen Familien dringend notwendige orthopädische Behandlungen und eine Rehabilitation. Während ihres Aufenthalts erhielten die Patienten medizinische und psychosoziale Betreuung sowie Lese- und Schreibunterricht. So bekämen sie auch Perspektiven für ihre Zukunft vermittelt.

"Wir können die Welt nur gemeinsam verändern", mahnte der missio-Präsident. Deshalb seien politische Entscheidungen nötig, die Inklusion nicht als Randthema behandelten, sondern als grundlegende Voraussetzung für menschliche Entwicklung. Missio München unterstützt nach eigenen Angaben weltweit Projekte, die Menschen mit Behinderung stärken und ihre Rechte sichtbar machen. Dazu gehörten inklusive Schulen, Reha-Zentren, Frauengruppen, Selbsthilfeinitiativen und pastorale Programme, die Ausgrenzung aktiv entgegentreten.

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