Ein vergiftetes gesamtgesellschaftliches Klima ist nach Ansicht von Hessens Integrationsministerin Heike Hofmann (SPD) eines der Haupthindernisse für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. „Rechtsextremisten und Rechtspopulisten versuchen durch Hass und Hetze unser Klima zu vergiften und sich damit gegen eine vielfältige und offene Gesellschaft zu stellen“, sagte Hofmann am Dienstagabend im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Frankfurt. Viele hätten nicht verstanden, dass Deutschland aufgrund einer alternden Gesellschaft auf Zuwanderung angewiesen sei.
Allein in Hessen fehlen bis 2030 Prognosen zufolge 240.000 Fachkräfte. Wichtige Faktoren für eine gelingende Integration sind der Ministerin zufolge neben einem offenen gesellschaftlichen Klima auch Sprachkenntnisse und eine Arbeitsstelle. Besondere Bedeutung für die Integration schreibt Hofmann den 33 WIR-Vielfaltszentren in Hessen zu, die ankommende Menschen in den Kommunen begleiten und unterstützen. Die Vielfaltszentren sind Teil der kommunalen Verwaltung, knüpfen an schon vorhandene Netzwerke und Strukturen an und entwickeln diese weiter. Haupt- und Ehrenamtliche arbeiten hier zusammen.
Gleichzeitig sei Migration auch eine Herausforderung, sowohl für die aufnehmende Gesellschaft als auch für die Migrantinnen und Migranten. Die Ministerin verwies darauf, Integrationspflichten stärker normieren zu wollen, wie es im Koalitionsvertrag festgehalten ist. Das werde derzeit geprüft.