Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne) hat anlässlich des ersten Jahrestages der Abschaltung des letzten Atomkraftwerks in Niedersachsen betont, dass das Bundesland seinen Strombedarf seither vollständig aus erneuerbaren Energien decke. 2023 seien 50,8 Terawattstunden aus Wind, Sonne und Biogas produziert und 50,5 Terawattstunden verbraucht worden. „Im Energiesektor waren wir damit erstmals klimaneutral“, rechnete Meyer am Freitag in Hannover vor.
Nach der Abschaltung des AKW in Lingen am 15. April 2023 habe es allen Unkenrufen zum Trotz „weder die herbeigeredeten Blackouts“ gegeben noch sei Kernkraft durch Kohle ersetzt worden, unterstrich der Minister. „Das Gegenteil ist der Fall, die Lichter bleiben an und zu Ostern 2024 gingen viele Kohlekraftwerke endgültig vom Netz - in Niedersachsen zum Beispiel das Steinkohlekraftwerk in Mehrum.“
Meyer kündigte den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien in Niedersachsen an. „Mit dem Windbeschleunigungsgesetz, welches nächste Woche im Landtag zur Beschlussfassung ansteht, verdoppelt Niedersachsen die Windfläche von 1,1 auf 2,2 Prozent der Landesfläche“, sagte Meyer. Zudem würden in diesem und im kommenden Jahr zwei Gigawatt Offshore-Windstrom neu eingespeist. Dies sei deutlich mehr als die Kapazität des stillgelegten AKW Emsland.