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Mehr Online-Rundgänge in Barockkirchen – Initiative Kretschmanns

In einer bedeutenden Barockkirche war Winfried Kretschmann als Jugendlicher Ministrant. Der Regierungschef, der sich für sakrale Kunst einsetzt, hat ein Online-Projekt mit 360-Grad-Rundgängen initiiert, das nun Zuwachs bekommt.

Es ist ein Projekt, das Ende 2024 auf Initiative von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) startete: Von Experten kommentierte 360-Grad-Rundgänge im Internet in bedeutenden Barockkirchen in Oberschwaben. Nach dem Münster Zwiefalten und der Basilika Wiblingen zählt jetzt auch die Pfarrkirche Sankt Magnus in Bad Schussenried zu den online erkundbaren “herausragenden Kirchenbauten der oberschwäbischen Klosterlandschaft”, wie die Diözese Rottenburg-Stuttgart am Freitag mitteilte.

Die kommentierten 360-Grad-Rundgänge laden mittels digitaler Infofelder dazu ein, die Architektur und die Kunstwerke der Innenräume der drei Kirchen zu entdecken – aus der Ferne oder auf dem Handybildschirm begleitend zu einem Besuch vor Ort. Im Münster Zwiefalten war Kretschmann nach eigenen Angaben früher Ministrant – es ist eine der größten und prachtvollsten Barockkirchen Deutschlands.

Die in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts barock ausgestattete Kirche Sankt Magnus in Bad Schussenried geht baulich bis ins hohe Mittelalter zurück. “Im Lauf ihrer Geschichte wurde die heutige Pfarr- und ehemalige Stiftskirche mehrfach nach dem Geschmack der jeweiligen Zeit umgestaltet”, erläuterte die Diözese. “Ein vollständiger repräsentativer Neubau im Sinne des Barocks wie etwa in Zwiefalten oder Wiblingen kam entgegen entsprechenden Planungen allerdings nicht mehr zustande.”

So seien heute in Sankt Magnus mehrere Kunstepochen erfahrbar: von der Romanik über die Gotik und Renaissance über den Früh- und Spätbarock bis hin zum Rokoko. Den Höhepunkt bildet das barocke Chorgestühl, das zu den bedeutendsten Werken der kirchlichen Kunst Oberschwabens zähle.

Pfarrer Nicki Schaepen sagte: “Über die Einzoom-Möglichkeit werden Details der Kirche und ihrer Ausstattung sichtbar, die sich sonst allenfalls im Rahmen einer Sonderführung erschließen lassen.”

In Zukunft sollen laut Diözese auch die Klosterkirche Sankt Peter und Paul in Weißenau sowie die Basilika Sankt Martin in Weingarten in gleicher Weise präsentiert werden.