Die Jugendämter in Nordrhein-Westfalen haben 2024 deutlich mehr Eingliederungshilfen für Kinder und Jugendliche mit einer seelischen Behinderung gewährt als zehn Jahre zuvor. Insgesamt waren es 2024 knapp 44.000 Hilfen, wie das Statistische Landesamt am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte. Im Vergleich zu 2014 habe sich die Zahl mehr als verdoppelt. Damals betrug die Zahl der Eingliederungshilfen knapp 19.000. Seitdem sei sie kontinuierlich gestiegen, hieß es.
Laut Gesetz haben Kinder oder Jugendliche Anspruch auf die Hilfen, wenn ihre seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für ihr Lebensalter typischen Zustand abweicht. Die Eingliederungshilfen sollen den jungen Menschen mit diagnostizierten Ängsten, Depressionen oder Essstörungen die Teilhabe am sozialen Leben erleichtern. Das kann beispielsweise in Form von Beratungs- und Therapieangeboten geschehen, aber auch mittels Schulbegleitungen und Integrationsassistenz.
Nach Meldung der Jugendämter befand sich 2024 mit 90 Prozent der Großteil der betroffenen jungen Menschen in Eingliederungshilfe in Schule oder Ausbildung. Das seien insgesamt rund 28.900 gewesen, davon knapp 40 Prozent Grundschülerinnen und Grundschüler, erklärte das Statistikamt. Es folgten Schülerinnen und Schüler in Förder- und Sonderschulen sowie in Schulen mit mehreren Bildungsgängen mit je 19 Prozent.
Fast zwei Drittel (62 Prozent) der Hilfen wurden 2024 von Jugendlichen zwischen zehn und 18 Jahren in Anspruch genommen. Etwa ein Viertel der jungen Menschen, die Eingliederungshilfe erhielten, war unter zehn Jahre alt, die übrigen 13 Prozent zwischen 18 und 27 Jahre alt.
Die Landesstatistiker wiesen darauf hin, dass die Angaben für 2023 und 2024 unvollständig sind. So konnte die Stadt Essen im Berichtsjahr 2024 aufgrund einer technischen Neuausrichtung keine Daten übermitteln. Aufgrund eines Cyberangriffs liegen zudem die Daten für die Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe nur unvollständig oder gar nicht vor.