Im Nordwesten Nigerias haben Bewaffnete mehr als 100 Schüler im Alter von 8 bis 15 Jahren sowie einen Lehrer entführt. Die Mädchen und Jungen in der Stadt Kuriga befanden sich auf dem Schulhof, als mehrere Männer auf Motorrädern kamen. Ein Schüler soll angeschossen worden sein. Ein Mitarbeiter des Bundesstaates Kaduna bestätigte dem Sender BBC (Donnerstag) den Vorfall, ohne Details zu nennen.
Am Wochenende waren bereits Dutzende Frauen in der Stadt Gamboru Ngala im Nordosten des Landes verschleppt worden. Die Binnenflüchtlinge hatten Feuerholz gesammelt. Die Vorfälle stehen offenbar nicht in Zusammenhang.
Die Terrorgruppe Boko Haram hatte von 2013 bis 2015 Tausende Menschen in Nigeria entführt. Wie viele der Opfer von damals noch immer verschwunden sind, ist unklar. Eine neue Entführungswelle setzte 2020 ein, vorwiegend im Nordwesten; bewaffnete Banden erpressen Geld von Familienangehörigen. Opfer sind häufig Schüler, Studierende, aber auch Reisende.