Medienpreis zeichnet Beiträge gegen Diskriminierung von Frauen aus

Sechs Beiträge von zehn Journalistinnen und Journalistinnen sind in Hannover mit dem Juliane Bartel Medienpreis geehrt worden. Mit der Auszeichnung würdigt das Land Niedersachsen Autorinnen und Autoren, die in Fernsehen, Hörfunk und Internet die Diskriminierung von Frauen entlarven und auf „amüsante, aber auch ernste und berührende Art“ den Kampf um Gleichberechtigung thematisieren, wie das Sozialministerium am Mittwoch in Hannover mitteilte. Der mit insgesamt 15.000 Euro dotierte Preis wurde am Dienstagabend zum 24. Mal verliehen. Vier Siegerinnen und Sieger erhielten in vier Kategorien jeweils 3.000 Euro. Dazu vergab die Jury zwei Sonderpreise mit jeweils 1.500 Euro.

Gleich zweimal wurden Hörfunk-Sendungen des Deutschlandradios prämiert: In der Kategorie „Doku audio“ gewannen Heiko Rahms und Stephanie Schmidt mit einem Feature, das im Deutschlandfunk und auf SWR Kultur zu hören war. Ihr Beitrag „Die Entfremdungslüge“ zeigt, wie rechte Netzwerke auf Kosten von Frauen das Familienrecht unterwandern. In der Kategorie „Shorts“ holte Bastian Kaiser mit einem Beitrag über den Muttertag in Kolumbien auf Deutschlandfunk Nova den ersten Preis. Darin schildert er, wie Frauen an diesem Tag von gewalttätigen Ehemännern angegriffen oder gar ermordet werden.

In der Kategorie „Doku visuell“ gewann die NDR-Reportage „Wir finden die Täter“ von Isabell Beer, Isabel Ströh und Mette Marit Olsson über Online-Netzwerke von Vergewaltigern. Der Beitrag des Rechercheteams „Strg_F“ hat unter anderem zu einer Gesetzesinitiative im Bundesrat geführt. Die Auszeichnung in der Kategorie „Fiktion und Entertainment“ ging an Ulrich Brée für seinen Fernsehfilm „Transfrau Josefa“ in der ARD. Darin erzählt der Autor, wie eine Transfrau nach 35 Jahren in ihr Heimatdorf zurückkehrt und alte Verletzungen aufarbeitet.

Ein Beitrag aus der ARD gewann auch einen der beiden Sonderpreise. Unter dem Titel „Sieben Winter in Teheran“ erzählt der Dokumentarfilm von Steffi Niederzoll die Geschichte einer Iranerin, die ihren Vergewaltiger umbrachte und dafür mit der Todesstrafe bestraft wurde. Den zweiten Sonderpreis erhielten Ludmila Graf und Jette Lübbehüsen vom ZDF für ihr Istagram-Reel „Ottilie Roederstein als Toast“ über das Gemälde einer Künstlerin aus dem Jahr 1909.

Das Ministerium vergibt den Preis seit 2001 gemeinsam mit dem NDR und der Niedersächsischen Landesmedienanstalt. Juliane Bartel (1945-1998) war eine Journalistin sowie Hörfunk- und Fernsehmoderatorin. Ihren Durchbruch beim Fernsehen hatte sie mit der Talkshow „3 nach 9“, durch die sie von 1989 bis 1998 führte. Zu dieser Zeit gab es nur wenige Frauen in dieser Rolle vor der Kamera.

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