Margot Käßmann geht nach Reformationsjubiläum in Rente

Nach ihrem 60.Geburtstag im Juni 2018 will die Theologin in den Ruhestand wechseln. Doch sie wird weiter in der Öffentlichkeit präsent bleiben.

Weimar. Nach dem Reformationsjubiläum 2017 geht die Reformationsbotschafterin Margot Käßmann in Rente. Sie wollte mit ihrem 60. Geburtstag am 3. Juni 2018 offiziell in den Ruhestand wechseln, sagte die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland der in Weimar erscheinenden mitteldeutschen Kirchenzeitung "Glaube+Heimat". Auch als Pensionärin wolle sie aber weiterhin gern schreiben, Vorträge halten und predigen, betonte sie.
Als Reformationsbotschafterin sieht die Theologin ihre Aufgabe darin, das 500. Reformationsjubiläum als ein internationales Ereignis zu vermitteln. "Der Bundestag hat gesagt, das Reformationsjubiläum ist von kulturhistorischer Bedeutung für die Bundesrepublik Deutschland, für Europa, ja, die Welt", sagte Käßmann der Zeitung. Ihr sei wichtig, dass das Reformationsjubiläum kein binnenkirchliches, sondern auch ein säkulares Ereignis sei.

Ostdeutsche Kirchen im Fokus

Derzeit arbeitet Käßmann an der Konzeption der Weltausstellung, die 16 Wochen lang vom 20. Mai bis zum 4. September 2017 in Wittenberg zu erleben sein wird, hieß es weiter. Die Ausstellung beleuchte unter anderem Themen wie Europa, Ökumene, Bildung, Gerechtigkeit, Dialog der Religionen und Frieden.
2017 wird an den Thesenanschlag Martin Luthers (1483-1546) im Jahr 1517 in Wittenberg erinnert. Die 95 Thesen gegen den Ablasshandel der katholischen Kirche leiteten vor 500 Jahren die Reformation ein, die sich maßgeblich auf Politik, Religion, Kultur und Gesellschaft auswirkte.
Die Theologin hofft, dass das 500. Reformationsjubiläum für die Kirchen in Ostdeutschland ein ermutigendes Ereignis wird. Diese haben es ihrer Meinung nach schwer. "Sie sind in einer Minderheitssituation. Es ist da eine besondere Herausforderung, überzeugend von Gott zu reden", sagte die frühere Bischöfin.
Margot Käßmann zählt zu den bekanntesten Gesichtern des Protestantismus in Deutschland. Nach einer nächtlichen Alkoholfahrt trat die beliebte und streitbare Theologin im Februar 2010 von Ratsvorsitz und Bischofsamt zurück. (epd)