Der Mainzer Drususstein, eines der bedeutendsten Denkmäler aus der römischen Frühzeit der Stadtgeschichte, soll für Geschichtsinteressierte zu einem attraktiveren Besichtigungsziel werden. Nach der erfolgten Sanierung des 29 Meter hohen Ehrengrabmals auf dem Territorium der Mainzer Zitadelle vor einigen Jahren sei nun auch dessen Umfeld neu gestaltet worden, teilte Bau- und Kulturdezernentin Marianne Grosse (SPD) am Mittwoch mit. Insgesamt habe die Stadt rund eine Million Euro in die Sicherung des Drusussteins und die Erneuerung des Vorfeldes investiert.
Mittlerweile sind nach Angaben der Stadtverwaltung die wesentlichen Maßnahmen abgeschlossen. Aktuell beenden Gärtner auf dem Gelände Pflanzarbeiten. In der Nähe des Monuments soll zudem noch ein „Zeitstrahl“ mit 40 Text- und 20 Bildtafeln installiert werden, der die über 2.000-jährige Stadtgeschichte dokumentiert.
Der römische Heerführer Drusus, ein Stiefsohn von Kaiser Augustus, gilt als Stadtgründer von Mainz, da das Legionslager Moguntiacum am linken Rheinufer gegenüber der Mündung des Mains auf seine Initiative hin entstanden war. Drusus starb vermutlich im Jahr 9 vor Christus auf dem Rückweg von einem Feldzug an den Folgen eines Reitunfalls. Seine Truppen errichteten ihm in Mainz ein massives steinernes Ehrenmal.
Im Mittelalter wurde der Drususstein zu einem Wachtturm umgebaut, der sich seit dem Bau der Mainzer Zitadelle auf dem Gelände der Befestigungsanlage befindet. Weil die Außenverkleidung im Laufe der Jahrhunderte abgebrochen und für andere Bauten verwendet wurde, ist heute nur noch der leicht zylinderförmige massive Kern des Drusussteins erhalten.