Lübecker Marienkirche zeigt Bilder zerstörter Synagogen

Der Architekturmaler Alexander Dettmar stellt Synagogen dar. Mit seiner Arbeit orientiert er sich an einem Ausspruch eines Berliner Holocaust-Überlebenden.

Brennende Synagoge in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 , sehr wahrscheinlich in Baden-Baden.  Im ganzen Deutschen Reich und im besetzten Österreich hatte es in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 Überfälle auf Synagogen, jüdische Geschäfte und Wohnungen gegeben. Mehrere tausend Juden wurden in der Pogromnacht verhaftet, Hunderte kamen ums Leben. Insgesamt wurden wahrscheinlich 90 Prozent aller noch existierenden jüdischen Geschäfte in Deutschland zerstört. Nur wenige Synagogen waren nicht vollkommen ausgebrannt, etwa in Lübeck, wo die Nationalsozialisten Angst davor hatten, das Feuer könnte auf das benachbarte kunsthistorische Museum übergreifen. Die NS-Führung bezeichnete die oft als „Reichskristallnacht“ verharmlosten Pogrome offiziell als spontanen Ausbruch des Volkszorns und als Reaktion auf die Ermordung eines deutschen Diplomaten in Paris durch einen jüdischen Emigranten.  (Siehe epd-Feature vom 30.10.08)
Brennende Synagoge in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 , sehr wahrscheinlich in Baden-Baden. Im ganzen Deutschen Reich und im besetzten Österreich hatte es in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 Überfälle auf Synagogen, jüdische Geschäfte und Wohnungen gegeben. Mehrere tausend Juden wurden in der Pogromnacht verhaftet, Hunderte kamen ums Leben. Insgesamt wurden wahrscheinlich 90 Prozent aller noch existierenden jüdischen Geschäfte in Deutschland zerstört. Nur wenige Synagogen waren nicht vollkommen ausgebrannt, etwa in Lübeck, wo die Nationalsozialisten Angst davor hatten, das Feuer könnte auf das benachbarte kunsthistorische Museum übergreifen. Die NS-Führung bezeichnete die oft als „Reichskristallnacht“ verharmlosten Pogrome offiziell als spontanen Ausbruch des Volkszorns und als Reaktion auf die Ermordung eines deutschen Diplomaten in Paris durch einen jüdischen Emigranten. (Siehe epd-Feature vom 30.10.08)© epd-bild / Keystone

Lübeck. Die Lübecker City-Kirche St. Marien zeigt vom 14. Juli bis 15. September Bilder zerstörter Synagogen. In seiner Ausstellung „painting to remember“ stellt der Architekturmaler Alexander Dettmar Synagogen dar, die in der Zeit des Nationalsozialismus zerstört wurden, wie der Kirchenkreis mitteilt. Seine Erinnerungen an die verlorene Architektur sei ein Zeugnis des Leids der Menschen jüdischen Glaubens.

Leitmotiv seiner Arbeit, so Dettmar, sei ein Ausspruch des Berliner Rabbiners und Holocaust-Überlebenden Leo Baeck: „Bewahrt ihre Spuren!“. Jahrelang war er in Deutschland umhergereist, um nach Spuren des Verlorenen zu suchen und mit Zeitzeugen zu sprechen.

Prägend für viele Orte

Mehr als 1.400 Synagogen wurden in der Reichspogromnacht am 9. November 1938 und in der Zeit danach angezündet und niedergerissen. Die monumentalen Bauwerke waren stadtbildprägend für viele Orte. Nur wenige konnten nach 1945 wieder restauriert und aufgebaut werden.

Eröffnet wird die Ausstellung am Mittwoch, 14. Juli, um 18 Uhr mit einer Feierstunde. Grußworte sprechen Bürgermeister Jan Lindenau (SPD), Bischöfin Kirsten Fehrs, Pröpstin Petra Kallies und Rabbiner Andreas Nachama. Beteiligt sind die Liberale Jüdische Gemeinde Lübeck und die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit. (epd)